ddn beim 25. Forum Personal der ADG

Wie können Organisationen ein Arbeitsumfeld schaffen, in dem Mitarbeitende Fragen stellen, Bedenken äußern und Fehler offen ansprechen können? Mit dieser Fragestellung war das Demographie Netzwerk e. V. (ddn) beim 25. Personal-Forum der Akademie Deutscher Genossenschaften (ADG) auf Schloss Montabaur vertreten. Gemeinsam mit Michael Vogel (Volksbank Ulm-Biberach, ddn-Vorstand), Barbara Rechenberg (Bremische Volksbank) und Lucie Stecker (ddn) gestalteten wir einen Workshop zum Thema „Wie Psychologie das Risikomanagement von Banken prägt – und warum psychologische Sicherheit zum Pflichtprogramm wird“. In insgesamt drei Sessions setzten sich die Teilnehmenden mit den Grundlagen psychologischer Sicherheit sowie deren Bedeutung für Führung, Zusammenarbeit und Veränderungsprozesse auseinander.

Von der Theorie in die Praxis

Neben wissenschaftlichen Impulsen stand insbesondere die praktische Anwendung im Mittelpunkt. Anhand typischer Situationen aus dem Arbeitsalltag entwickelten die Teilnehmenden konkrete Mikrointerventionen, die Führungskräfte und Teams unmittelbar einsetzen können.

Bearbeitet wurden unter anderem folgende Fragestellungen:

  • Wie kann mit wahrgenommener Überlastung im Team konstruktiv umgegangen werden?
  • Wie lassen sich Unsicherheiten und Widerstände in Veränderungsprozessen produktiv aufgreifen?
  • Wie können neue Mitarbeitende von Beginn an wertschätzend eingebunden werden?

Die Ergebnisse zeigten deutlich: Psychologische Sicherheit entsteht selten durch einzelne Großmaßnahmen. Häufig sind es kleine, alltägliche Verhaltensweisen, die Vertrauen fördern, die Beteiligung erhöhen und die Zusammenarbeit verbessern.

Drei zentrale Hebel psychologischer Sicherheit

Über alle Workshopgruppen hinweg kristallisierten sich drei zentrale Wirkprinzipien heraus:

1. Transparenz schaffen

  • Erwartungen und Verantwortlichkeiten klären
  • Entscheidungen nachvollziehbar kommunizieren
  • Arbeitsbelastungen sichtbar machen

2. Beteiligung ermöglichen

  • Fragen und Bedenken aktiv einladen
  • Mitarbeitende in Entscheidungen einbeziehen
  • Perspektiven ernst nehmen

3. Unterstützung anbieten

  • Orientierung und Rückhalt geben
  • Lernen im Arbeitsalltag ermöglichen
  • Kollegiale Unterstützung fördern

Die entwickelten Lösungsansätze verdeutlichten, dass psychologische Sicherheit nicht verordnet werden kann. Sie entsteht dort, wo Führungskräfte und Teams bewusst Räume für Austausch, Lernen und gegenseitige Unterstützung schaffen.

Der Workshop knüpfte unmittelbar an die Erfahrungen aus dem INQA-Experimentierraum SafeSpace@Work an. Im Rahmen des Projekts arbeiten das Demographie Netzwerk (ddn), die Bremische Volksbank sowie weitere Partner*innen daran, psychologische Sicherheit in der Interaktionsarbeit besser zu verstehen und praxisnahe Lösungsansätze für Unternehmen zu entwickeln. Die im Projekt gewonnenen Erkenntnisse und Praxisfälle bildeten die Grundlage für die gemeinsame Workshopgestaltung und die Entwicklung konkreter Mikrointerventionen für den Arbeitsalltag. Mehr zum INQA-Experimentierraum SafeSpace@Work: safespaceatwork.demographie-netzwerk.de/

Austausch am ddn-Stand

Neben dem Workshop waren Inga Hofmann und Lucie Stecker mit einem eigenen ddn-Informationsstand auf dem Forum Personal vertreten. Dieser bot die Möglichkeit, mit Personalverantwortlichen, Führungskräften und weiteren Interessierten ins Gespräch zu kommen.

Die zahlreichen Begegnungen machten deutlich, dass Themen wie Fachkräftesicherung, generationengerechte Arbeitsgestaltung, Führung und Unternehmenskultur weiterhin zu den zentralen Herausforderungen auch der Genossenschaftsbanken gehören. Gleichzeitig wurde sichtbar, wie eng diese Themen mit psychologischer Sicherheit verbunden sind.

Wir bedanken uns herzlich bei der ADG Akademie Deutscher Genossenschaften sowie beim Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) für die Einladung, die hervorragende Organisation und den wertvollen Austausch während der Veranstaltung.

Das Personal-Forum hat einmal mehr gezeigt: Zukunftsfähige Organisationen brauchen nicht nur gute Prozesse und Strategien, sondern vor allem eine Kultur, in der Menschen ihre Perspektiven einbringen können und sich trauen, offen miteinander zu sprechen. Genau hier setzt psychologische Sicherheit an.