Wochenarbeitszeit geht bei Frauen zurück

11.10.15

Viele Forscher sehen in einer Arbeitszeitverlängerung einen Ansatz, um den Bevölkerungsrückgang auf dem Arbeitsmarkt auszugleichen. Faktisch geht die Wochenarbeitszeit jedoch beim weiblichen Teil der Erwerbsbevölkerung zurück: Während in Deutschland so viele Frauen erwerbstätig sind wie nie zuvor, hat sich deren durchschnittlich geleistete Wochenarbeitszeit reduziert. Wie das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) errechnet hat, arbeiten weibliche Erwerbstätige derzeit 30,8 Stunden pro Woche - im Jahr 1994 lag der Schnitt noch bei 33,5 Stunden.

Die Reduzierung des durchschnittlichen Arbeitsumfangs ist ein Phänomen, das in Ost- und Westdeutschland zu beobachten ist. Allerdings mit gravierenden Unterschieden: So war der Rückgang der von erwerbstätigen Frauen durchschnittlich erbrachten Wochenarbeitsstunden im Osten mit 3,2 Stunden stärker ausgeprägt als im Westen mit 2,4 Stunden, allerdings arbeiten Frauen im Osten im Schnitt fast vier Stunden pro Woche länger als im Westen. 

Besonders bemerkenswert sind die Unterschiede des Erwerbsumfangs über den Lebenslauf hinweg: In Westdeutschland sinkt die Zahl der Arbeitsstunden ab dem 30. Lebensjahr deutlich ab, ohne danach wieder anzusteigen. In Ostdeutschland macht sich hingegen keine babybedingte Reduzierung der Arbeitszeit bemerkbar, sie bleibt vom 20. bis zum 60. Lebensjahr auf etwa gleichem Niveau.