Vielfalt der Generationen als Chance

20.05.19

PRESSEMITTEILUNG

Ulm/Biberach, 15. Mai 2019: Das Demographie Netzwerk der Region Ulm-Biberach hat sich mit den unterschiedlichen Generationen in Unternehmen beschäftigt. In die Villa Eberhardt der Universität Ulm waren 65 Personalverantwortliche regionaler Firmen gekommen. Das von der AOK organisierte Netzwerk-Treffen stand unter dem Titel „Gemeinsam stark – Generationenvielfalt als Erfolgsfaktor“.

 

Im Erwerbsleben stehen aktuell Menschen, die in der Zeitspanne von Mitte der 50-er Jahre bis zum Beginn der 2000-er geboren sind. Soziologisch gesprochen sind das die Generationen X, Y und Z. Nicht nur ihre Bedürfnisse sind unterschiedlich, sondern auch ihre Einstellungen zu Leben und Beruf. In einem geeigneten Management dieser Generationen sehen Personalentwickler große Chancen.

So gilt die Generation X bis zu den 70-er Jahrgängen als skeptisch und materialistisch, während die Angehörigen der folgenden Generation Y eher idealistisch, technologieaffin und leistungsbereiter sind. Mitglieder der ab 2000 geborenen Generation Z (Millenials) suchen dagegen Lebensfreude und projektorientiertes Arbeiten, setzen auf Work-Life-Balance und halten wenig von Hierarchien. In der Karriereplanung sind die Digital Natives oft sprunghaft.

Nach einem Impulsvortrag über demografieorientierte Personalentwicklung beim Ditzinger Maschinenbauer Trumpf, der seine Mitarbeiter mit altersgerechter Laufbahngestaltung zu binden sucht, vertieften sich die Personaler der regionalen Unternehmen in vier Gesprächsforen. Sie diskutierten über das Miteinander der Generationen, die Gestaltung der Arbeitswelt, neue Ideen für die Personalpolitik sowie Gesundheit im Job.

Um Jung und Alt unter einen Hut zu bekommen, müssten Unternehmen gezielt steuern, und für Austausch, Verständnis und Wissenstransfer zwischen den Generationen sorgen. Auch spezifische altersbezogene Weiterbildungsmaßnahmen und flexible Arbeitszeitmodelle könnten die Treue zum Arbeitgeber stärken.

Arbeitgeber sollten in der Gestaltung der Arbeitsplätze Rücksicht auf die unterschiedlichen Bedürfnisse nehmen und sich proaktiv ums Wohlergehen der Mitarbeiter kümmern, zum Beispiel durch Qualifikationsangebote oder Gesundheitsförderung. Die Beschäftigten mit ins Boot zu nehmen, steigere deren Bindung.

Eine lebensphasenorientierte Personalpolitik auf Basis eines Gleitzeitkontos könnte sogar für die sprunghafte Generation Z geeignet sein: Demnach fordert das Unternehmen Einsatzzeit konkret und bedarfsbezogen. Andererseits können Mitarbeiter relativ frei über die Form des zeitlichen oder finanziellen Ausgleichs entscheiden. Eine solche projektbezogene Flexibilität fördere auch das unternehmerische Denken.

Für die Gesundheit der Mitarbeiter gäbe es zahlreiche Tools. Weil die wenigsten  maßgeschneidert seien, würden individuelle Lösungen lohnen. Bei der seelischen Gesundheit spielten überdies externe Faktoren eine Rolle. Führungskräfte müssten daher geschult und auf Problemlösung bedacht sein. Hilfe böten auch Betriebsrat, Kammern, Kassen und Verbände.

„Das Miteinander der 16- bis 65-Jährigen in der Arbeitswelt ist facettenreich und lässt sich durch Achtsamkeit positiv steuern“, so das Fazit von Dr. Sabine Schwenk, Geschäftsführerin der AOK Ulm-Biberach beim abschließenden Empfang. 

 

 

 

Pressekontakt:
AOK Ulm-Biberach
Thomas Wöllhaf, Leitung Kommunikation/Politik
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thomas.woellhaf@bw.aok.de