Trendwende bei der Abwanderung aus den neuen Bundesländern

28.01.16

Seit 2012 ziehen die fünf Flächenländer im Osten mehr Menschen aus dem Westen oder dem Ausland an, als sie umgekehrt verlieren. Das ist das zentrale Ergebnis der aktuellen Studie "Im Osten auf Wanderschaft" des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung. 

Vor allem die ostdeutschen Städte Leipzig, Dresden, Jena, Erfurt und Potsdam sind Treiber und Profiteure der neuen Entwicklung. Als Magnet wirken Sie insbesondere für junge Menschen, die einen Ausbildungs- oder Studienplatz suchen. Die Kehrseite der Medaille:

Die ländlichen Gemeinden Ostdeutschlands verlieren weiterhin Einwohner. Konkret erleben 85 Prozent der ostdeutschen Gemeinden eine Nettoabwanderung. Mittelgroßen Städten empfehlen die Autoren, ihr altersfreundliches Umfeld konsequent nach außen zu vermarkten. So bedeute ein Zuzug von Älteren eine verstärkte Nachfrage nach Dienstleistungen und damit neue Arbeitsplätze für jüngere Menschen etwa für Friseure, Kulturschaffende, im Handel und in der Pflege.

Eine Chance für ländliche Regionen Ostdeutschlands sehen  die Wissenschaftler in der Ansiedlung von Flüchtlingen. "Wo sich Flüchtlinge dauerhaft niederlassen, könnten Schulen vor der Schließung bewahrt werden, neue Geschäfte oder kleine Unternehmen entstehen und Leerstand würde zu Wohnraum", erläutert Reiner Klingholz, Direktor des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung. In ländlichen Kommunen, wo man sich gegenseitig kennt und unterstützt und wo ein reges Vereinsleben existiere, sei eine Integration prinzipiell leichter möglich als im anonymen städtischen Umfeld.

Die komplette Studie finden Sie hier.

Welche Ideen Städte und Gemeinden bereits entwickelt haben, um den demographischen Wandel zu meistern, lesen Sie im Bericht über die ddn-Zukunftswerkstatt "Wirtschaft und Kommune im Wandel", die am 22. Oktober in Erfurt stattfand. Zum Bericht gelangen Sie hier.