Handwerk: Mit neuen Ideen gegen den Nachwuchsmangel

22.06.15

Auch für Handwerksbetriebe wird es zunehmend schwieriger geeignetes Fachpersonal und Nachwuchs zu finden. Die Zahl der unbesetzten Lehrstellen hat einen Höchststand erreicht. Das Handwerk reagiert: Mit einer innovativen Aktion soll der Trend gestoppt werden.

Die Zahlen des aktuellen Berufsbildungsberichts der Bundesregierung bestätigen einen seit Jahren anhaltenden alarmierenden Trend: Immer mehr Ausbildungsstellen im Handwerk bleiben unbesetzt. Im Vergleich zum vorangegangenen Berufsbildungsbericht stieg die Zahl der gemeldeten unbesetzten betrieblichen Ausbildungsstellen um zehn Prozent auf rund 37.100 - im langjährigen Vergleich ein neuer Höchststand. Das schlägt sich auch in der Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge nieder, die wie in den vergangenen Jahren erneut sank - um 1,4 Prozent auf etwa 522.000.

Vor allem zwei Gründe sind verantwortlich für diese Entwicklung: Der demographische Wandel und der Trend zu Abitur und Studium. „Dass uns die Bewerber abhandenkommen, liegt zum einen daran, dass es immer weniger Schulabgänger gibt“, erläutert Gerd Kistenfeger von der Handwerkskammer Region Stuttgart der „Schwäbischen Zeitung“, „zum anderen aber auch daran, dass sich Jugendliche mittlerweile immer öfter für ein Hochschulstudium entscheiden.“

„ABKLATSCHEN“ - JUNGHANDWERKER SUCHEN NACHFOLGER

Um diesen Trend zu stoppen, wagt das Handwerk nun neue, innovative Wege und setzt dabei auf die Informationskanäle, die Jugendlichen heute überwiegend nutzen: Internet und insbesondere Web-Videos. Unter dem Motto „Abklatschen! Hol‘ Dir meinen Job“ [Link: handwerk.de/holdirmeinenjob] werben zwölf Junghandwerker zum Abschluss ihrer Ausbildung in aufwändig produzierten Video-Beiträgen für ihren Beruf und rufen andere junge Menschen dazu auf, in ihre Fußstapfen zu treten. Die Protagonisten der Aktion wollen für eine Ausbildung im Handwerk begeistern und mit möglichst vielen Nachfolgern „abklatschen“.

Wer sich von der Leidenschaft der zwölf Junghandwerker anstecken lässt, kann auf ihren Porträtseiten sofort das Bewerbungsverfahren beginnen oder im Lehrstellen-Radar nach anderen Ausbildungsstellen suchen.