Norbert Blüm und Rudolf Kast: Gemeinsamer Aufruf zu einer neuen Kultur des Alterns

17.03.15

Beide verbindet der analytische Blick auf ein Industriezeitalter, das auf normierte Lebensläufe angewiesen war - und die Überzeugung, dass Arbeit und Rente heute anders gedacht werden müssen. Der ehemalige Bundesarbeitsminister Norbert Blüm und der ddn Vorstandsvorsitzende Rudolf Kast haben nun einen gemeinsamen Aufsatz veröffentlicht. 

Unter dem Titel "Eine neue Kultur des Alterns - Individualität und Solidarität" setzen sich Kast und Blüm für einen selbstbestimmten Renteneintritt  und eine lebensnahe Sozialpolitik ein, in der sich Individualität und Solidarität verbinden. Die Autoren stellen heraus, dass es heute zwar mehr Möglichkeiten gibt, Lebens- und Arbeitsrhythmus in Einklang zu bringen, dies aber in puncto Rente noch nicht eingelöst sei.  "Die potentiellen Rentner sind alt genug. Sie bedürfen nicht eines gesetzgeberischen Vormundes. Sie wollen selbst ihren Ausstieg bestimmen, so dass der Ruhestand nicht wie ein fremdbestimmtes Urteil erscheint, sondern Teil einer selbstbestimmten Lebensführung wird, zu der die freiwillige Festlegung der Altersgrenze gehört", unterstreichen Blüm und Kast.

Kritik äußern beide Autoren insbesondere an der Flexibilisierungsblockade durch die Riester-Rente. Die mit ihr verbundene Absenkung des Rentenniveaus nehme vielen Arbeitnehmern die Chance eines früheren Rentenzugangs.  "Es müssen daher pragmatische, finanzierbare Formen eines flexiblen Rentenübergangs gefunden werden", fordern die Autoren. Am Ende ihres Aufsatzes ziehen Kast und Blüm ein eindeutiges Fazit: Eine flexible Altersgrenze sei theoretisch und praktisch richtig, wenn sie die Rentenniveaudebatte mit der Flexibilitätsdebatte verbinde. So ermögliche sie Freiheit und soziale Sicherheit und komme den unterschiedlichen Bedürfnissen unterschiedlicher Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen entgegen.

Zum vollständigen Aufsatz gelangen Sie hier.