INQA-ddn-Regionalforum bot Impulse für das Ruhrgebiet

22.05.15

Strategische Personalplanung, betriebliches Gesundheitsmanagement, Vereinbarkeit von Familie und Beruf  - es gibt viele Stellschrauben, um ein Unternehmen für den demographischen Wandel zu wappnen. Wo und wie Betriebe des Ruhrgebiets konkret beginnen können, darüber informierte am Montag das INQA-ddn-Regionalforum in Dortmund in Kooperation mit den Industrie- und Handelskammern im Ruhrgebiet. Unter dem Titel "Zukunft sichern - Arbeit gestalten" erwarben über 100 Teilnehmer das Rüstzeug für die betriebliche Demographie-Arbeit.

Impulse setzte gleich zu Beginn eine Podiumsdiskussion. Jutta Kruft-Lohrengel, Präsidentin der IHK zu Essen, Reimund Overhage, Referatsleiter im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, und ddn-Geschäftsführer Dr. Rainer Thiehoff beleuchteten dabei die Zukunftsaufgaben für das Ruhrgebiet. Ihr Appell an die Unternehmensvertreter: Nutzen Sie angesichts des Fachkräftebedarfs die Chancen interner Personalentwicklung und Rekrutierung und investieren Sie in die Ausbildung junger Menschen.Reimund Overhage verwies zudem auf das Förderprogramm "unternehmensWert:Mensch", das den Unternehmen bei der Entwicklung und Umsetzung einer mitarbeiterorientierten Personalpolitik konkrete Unterstützung biete. Dr. Rainer Thiehoff lud alle Besucher dazu ein, aktiv an den Lösungen für die Herausforderungen des demographischen Wandels mitzuarbeiten: "Das Demographie Netzwerk bietet erstklassige Möglichkeiten, sich im Verbund mit anderen kontinuierlich weiter zu entwickeln".

Im Anschluss an die Podiumsdiskussion verwies der Zukunftsforscher Erik Händeler" auf die wichtigsten innerbetrieblichen Handlungsfelder, die Unternehmer jetzt in Angriff nehmen sollten. Das sei zum einen die Unternehmenskultur: "Je komplexer alles wird, umso mehr ist man auf das Wissen anderer angewiesen. Die Schnittstellen zwischen Menschen, das Sozialverhalten - davon hängt es ab, ob eine Firma am Weltmarkt überlebt oder zu teuer wirtschaftet." Zum anderen werde Bildung immer teurer, so dass sie sich länger amortisieren müsse. Die Konsequenz daraus sei ein längerer Verbleib der Beschäftigen in ihrem Betrieb. Dies werde jedoch nur gelingen, wenn sich die Arbeitswelt ändere, zum Beispiel in Form einer Fünf-Stunden-Schicht in der Produktion ab dem 58. Lebensjahr.

Die Besucher des INQA-ddn-Regionalforums besuchten anschließend die 15 Informationsstände der Initiativen, die sich auf dem "Treffpunkt Netzwerk" präsentierten. Ideen und Praxisbeispiele stellten hier neben zahlreichen INQA-Projekten unter anderem das Innovationsbüro Fachkräfte für die Region, das ZFBT, Competentia NRW, randstad und die Industrie- und Handelskammern des Ruhrgebiets vor. Die Wirtschaftsmetropole Ruhr informierte zudem über die Initiative "Welcome Ruhr". Über die Internetpräsenz www.welcome.ruhr können Fachkräfte, Unternehmer, Studierende und Wissenschaftler schon in ihrem Heimatland Kontakt aufnehmen, um Standortinformationen zu sammeln und sich durch ehrenamtliche "Welcome Guides" beim Neustart in der Metropole Ruhr beraten zu lassen.

Zur Mitarbeit wurden die Besucher in den vier Praxisforen "Personalmanagement", "Chancengleichheit", "Gesundheitsmanagement" und "Demographie-Management" aufgefordert. Moderiert wurden die Foren vom RKW Kompetenzzentrum, vom Netzwerkbüro Erfolgsfaktor Familie, der do.it-Projektmanagement GmbH & Co.KG, JC-Training, dem Demografie-Experten e.V. sowie der RWTH Aachen.

Das nächste INQA-ddn-Regionalforum findet am 26.10. in München statt.