Immer noch arbeiten mehr Mütter im Osten Deutschlands

09.10.15

Auch 25 Jahre nach der Wiedervereinigung leben Mütter in Ost- und Westdeutschland noch immer unterschiedliche Familienmodelle. So lag der Anteil der arbeitenden Mütter in der ehemaligen DDR fast durchgängig bei 65 bis 75 Prozent. Einen Höhepunkt erreichte sie in den 1960er Jahren, als den Frauen aufgrund von sinkenden Geburtenraten, Rückkehrgarantien für den Job und weitere noch heute fortschrittlich anmutende Erleichterungen zugesichert wurden. Im Westen dagegen herrschte zu dieser Zeit noch das „Goldene Zeitalter der Familie“ mit einer ganz klaren Verteilung der Rollen, die durch das Steuersystem und die sozialen Sicherungssysteme belohnt wurde. Das Ergebnis: Bei den um 1940 geborenen Müttern im Westen arbeiteten gerade einmal 16 Prozent.

Das sind die Ergebnisse einer aktuellen Studie der Soziologen Christian Schmitt und Heike Trappe vom Lehrstuhl für Familiendemographie sowie Matthias Pollmann-Schult vom Wissenschaftszentrum Berlin. Die Wissenschaftler haben Daten der Deutschen Lebensverlaufsstudie zur Beschäftigung von Frauen in ehelichen und nicht ehelichen Partnerschaften ausgewertet.

Aber der Osten und Westen Deutschlands haben sich angeglichen: Bereits in den 1970ern, als die Geburtenraten sanken und die Scheidungsraten stiegen, geriet das alte Familienbild in der BRD ins Wanken. Reformen im Familienrecht und in der -politik, die Emanzipationsbewegung und bessere Bildungschancen bestärkten Frauen nun immer mehr darin, einer eigenen Erwerbstätigkeit nachzugehen. Zwar arbeitete selbst in dem jüngsten Geburtsjahrgang (1971) mit knapp 50 Prozent gerade einmal die Hälfte der Mütter. Doch auch im Osten ging die Erwerbstätigenquote aufgrund der schwierigen Arbeitsmarktlage auf 58 Prozent zurück. Der Unterschied zwischen Ost und West lag damit bei lediglich acht Prozentpunkten.

Lesen Sie hier weitere Ergebnisse zur Studie, herausgegeben vom Rostocker Zentrum zur Erforschung des demografischen Wandels.