Hamburg. Barcamp: Neue Lebensarbeitszeit gestalten!

03.07.17

"Ihre Zeit in unserem Barcamp ist hoffentlich gut investierte Lebensarbeitszeit", war der Wunsch der Moderatorin Margaret Heckel für die mehr als 150 Besucher/-innen des Barcamps "NEW WORK – Neue Lebensarbeitszeit gestalten". Dank der großartigen Zusammenarbeit mit unserem Hamburger Regionalnetzwerk (ddn Hamburg) und der Körber-Stiftung zeigte sich wieder in aller Deutlichkeit: es gibt einiges zu tun, doch die Ideen sind da. Mit Spannung freuen wir uns darauf, zusammen mit Ihnen die gesammelten Impulse zu handfesten Strategien zu verschmelzen.

Der demographische Wandel und die Digitalisierung sorgen für einen rasanten Wandel in Gesellschaft und Arbeitswelt – und bringen für Unternehmen zugleich Chancen wie Herausforderungen mit sich. Welche Möglichkeiten ergeben sich aus diesen Trends für eine neue Gestaltung unserer Lebensarbeitszeit? Wie können dabei die Wünsche der Menschen und die Anforderungen der Unternehmen vereinbart werden?

Kreative Antworten auf diese Fragen zu gewinnen, war das Ziel des Barcamps. "Die Gestaltung des Demographischen Wandels und der 'neuen', erweiterten Lebensarbeitszeit, ist im Demographie Netzwerk wie in der Körber-Stiftung thematisch verankert", führten Karin Haist, Bereichsleiterin Körber-Stiftung, und Martina Schmeink, Geschäftsführerin ddn e. V., in ihrer Begrüßung aus.

Nach Barcamp-Regeln gibt es keine Zuschauer/-innen, sondern nur aktive Gestalter/-innen, und so stellten sich die Teilnehmenden im Forum mit drei Stichworten zum Thema vor. Die Beiträge reichten von konkreten Anliegen wie "Flexible Arbeitszeitgestaltung" bis zu Lebensmaximen wie "Spaß haben".

Zum Einstieg in die Thematik referierte Prof. Dr. Jutta Rump, Leiterin des IBE Institut für Beschäftigung und Employability und INQA-Themenbotschafterin. In Ihrem Beitrag über "Lebensphasenorientierte Personalpolitik" wies Rump insbesondere auf einen Zielkonflikt in der Zeitpolitik von Arbeitnehmern/-innen und Arbeitgebern/-innen hin und prägte den Begriff "Vereinbarkeit 4.0", um auf die Bedeutung der sozialen Komponente für die Beschäftigungsfähigkeit hinzuweisen.

Bestätigt wird dieser Ansatz durch eine Studie der Körber-Stiftung zur neuen Lebensarbeitszeit, die Andreas Geis, Programmleiter bei der Körber-Stiftung präsentierte. Der Wunsch nach Zeit für Familie und Freunde steht bei den Befragten an erster Stelle, noch vor dem Wunsch nach Beschäftigung.

Eine stärkere Orientierung an den Wünschen der Mitarbeitenden bei der Arbeitsgestaltung setzt sich inzwischen auch in vielen Unternehmen durch. Wie neue Lebensarbeitszeit- und Arbeitsplatzgestaltung aussehen kann, stellte Catalin Krönert, Leiterin Arbeitsrecht und Labor Relations der Philips Lighting GmbH in ihrem Vortrag über "Neue Arbeitswelten bei Philips Lighting" vor. Das neue Konzept ermöglicht mehr Flexibilität, Gestaltungsspielraum sowie Eigenverantwortung und berücksichtigt die jeweiligen Lebenslagen der Beschäftigten. Eindrucksvoll veranschaulichten die Bilder der Arbeitsplätze des Unternehmens, wie das neue Denken durch eine kreative Raumgestaltung unterstützt wird.

Nach der Pause öffnete Moderatorin Margaret Heckel die Bühne für Teilnehmende, die eine Session anbieten und mit Gleichgesinnten/-innen ihre Themen vorantreiben wollten. Sechs parallele Sessions widmeten sich in zwei Runden den verschiedenen Fragestellungen rund um das Thema Arbeitszeit. In freier Gestaltung legten die Teilnehmenden Weg und Ziel fest und erarbeiteten Lösungen auf die Probleme, die sie beschäftigen.

Zur Abschlussrunde bat die Moderatorin alle Session-Geber/-innen für eine kurze Zusammenfassung der Ergebnisse oder wichtigsten Punkte auf die Bühne. In allen Sessions wurde engagiert und lebhaft diskutiert, was durch die Vielfalt an Organisationsformen, Standpunkten und Erfahrungen zu einem bereichernden Austausch führte. Ob sich die investierte Lebensarbeitszeit gelohnt hat, mag am Ende jedoch jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer für sich entscheiden.

So vielfältig wie die teilnehmenden Unternehmen und Institutionen waren auch ihre Fragestellungen zur gelebten Praxis von NEW WORK. "Die technologische Entwicklung ist nicht aufzuhalten und die Auswirkungen der Digitalisierung auf Arbeit, Mensch und Organisation sind im Einzelnen oft noch nicht klar zu erkennen", sagt Susanne Sabisch-Schellhas, KWB e. V. und Netzwerkleiterin von ddn Hamburg. "Wir möchten den engagierten Austausch von heute in unserem Forum zur lebensphasenorientierten Personalpolitik gerne fortsetzen und laden alle Unternehmen der Region zum ddn-Aktionstag am 14. September 2017 ein."

Unter dem Motto "Perspektivwechsel 3 D – Demographischer Wandel, Digitalisierung, Diversity" finden am 14. September 2017 bundesweit Veranstaltungen statt. Auch ddn Hamburg richtet einen Fachtag aus. Anmeldungen sind jetzt schon bei Sebastian Hentschel, hentschel@kwb.de, möglich. Veranstaltungsdetails folgen in Kürze auf der ddn Hamburg Website.