Dringender Handlungsbedarf

26.04.21

Teil 1: Die Frauenquote

Es braucht mehr als nur ein Bekenntnis zu mehr Vielfalt in Führung


Anlässlich des 5. Freiburger Unternehmer-Symposiums hat ddn-Vorstandsvorsitzender Rudolf Kast ein umfassendes Interview mit Dr. Wiebke Ankersen geführt. Im ersten Teil von vier geht um die Frauenquote in Unternehmen. 

 

Dr. Wiebke Ankersen führt seit 2016 als Geschäftsführerin gemeinsam mit Christian Berg die AllBright Stiftung in Berlin. Die gemeinnützige deutsch-schwedische Stiftung engagiert sich für mehr Frauen und Diversität in den Führungspositionen der Wirtschaft. Sie präsentiert Fakten, sensibilisiert und fordert von den Unternehmen konkrete Ergebnisse bei der Erhöhung des Frauenanteils in den Führungsteams ein.

 

 

 

 

Welche Rolle spielt aus Ihrer Sicht die nun wahrscheinlich bald gesetzlich verankerte Frauenquote durch das FüPoG II? Haben die Unternehmen in ihrer Selbstverpflichtung versagt und deshalb kommt es jetzt mit Blick auf die Repräsentanz von Frauen in Führungspositionen zur Quotenregelung? (Diese gilt zunächst in börsennotierten und paritätisch mitbestimmten Unternehmen mit i.d.R. mehr als 2000 Beschäftigten und mehr als drei Mitgliedern im Vorstand)   

Das geplante Gesetz ist ein eher symbolischer Meilenstein und eine öffentliche Anerkennung der Tatsache, dass hier dringender Handlungsbedarf besteht. Deutschland liegt beim Frauenanteil im Top-Management ja international erschreckend weit zurück. 

In der Praxis sind tatsächlich nicht sehr viele Unternehmen vom Gesetz betroffen, alleine kann es eine breite Veränderung also gar nicht leisten: Selbst, wenn alle 25 Unternehmen in den DAX-Indizes, die vom Gesetzesvorschlag betroffen sind, morgen einen Mann gegen eine Frau austauschten, läge der Frauenanteil in den Vorständen erst bei 15 Prozent. 

Wenn wir die Quotendiskussion nun aber hinter uns lassen, können wir endlich das angehen, was für eine nachhaltige Erhöhung des Frauenanteils dringend nötig ist: Nämlich auf allen Ebenen eine bessere Balance zwischen Männer- und Frauenkarrieren zu schaffen. Und dafür braucht es neben einem klaren Bekenntnis der Unternehmen zu mehr Vielfalt in der Führung und entsprechenden Rekrutierungen eine Abschaffung des Ehegattensplittings, einen weiteren Kitaausbau und mehr Vätermonate beim Elterngeld, um nur einige Maßnahmen zu nennen, mit denen der Staat die Entwicklung beschleunigen könnte. 

Hier gelangen Sie zum zweiten Teil des Interviews mit Dr. Wiebke Ankersen.

Hier gelangen Sie zum dritten Teil des Interviews mit Dr. Wiebke Ankersen.


Das 5. Freiburger Unternehmer-Symposium am 22./23. September 2021 wird aufzeigen, warum Frauen oft besser in der Lage sind, den aus dem „Management by Objectives“ entstandenen transformationalen Führungsstil mit Leben zu füllen und bei Mitarbeitern Vertrauen, Loyalität und Inspiration aufzubauen.

Auf der Veranstaltung wird unter anderem Dr. Wiebke Ankersen ihre Erkenntnisse aus der AllBright-Studie vorstellen.

Das  5. Freiburger Unternehmer-Symposium findet digital statt. Die Moderation übernimmt Dr. Christoph Wirtz. Der Chefredakteur und Chef-Tester von Gault&Millau Deutschland steht für mit seinem Namen für einen kritischen, kompetenten und völlig unabhängigen Journalismus. 

 Auf der Zielgeraden der Programmgestaltung 2021 ist auch das Thema „Erfolgreiche Diversity in Organisationen“ besetzt: Prof. Dr. Isabell Welpe (Lehrstuhl für BWL – Strategie und Organisation an der Technischen Universität München) wird die neuesten Forschungserkenntnisse und auch internationale Benchmarks aus dem Unternehmenskontext vorstellen. Freuen Sie sich auf praxisnahe Empfehlungen, die den individuellen Wissenstransfer erleichtern! 

Mehr Informationen zum Symposium, ebenso die Möglichkeit zur Anmeldung, finden Sie hier

 

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