Digitalisierung & Gen Y: (Kompetenz-)Management angesichts neuer Herausforderungen

10.11.17

Digitalisierung und Gen Y – für viele scheinbar noch ein Buch mit sieben Siegeln. Am 08.11. diskutierten wir im ddn -Südbaden gemeinsam mit der VHS Freiburg und dem Regionalbüro f. berufliche Fortbildung Lörrach: Was bedeuten technische Entwicklungen für unsere Gesellschaft – und wie die Berufsanfänger des 21. Jhds. damit um?

Die immer rasanter voranschreitende Entwicklung neuer Technologien eröffnen nicht nur ungeahnte Wege der Innovation und Produktion. Neuartige Tools erlauben Verantwortlichen unterschiedlichster Branchen, Kompetenzmanagement, Personalentwicklung und vieles weitere mehr aus einer komplett neuen Perspektive zu betrachten. Und nun tritt in das Gemenge der technischen Möglichkeiten und ihrer möglichen Nutzung eine neue Generationen mit ihren ganz eigenen Vorstellungen, was „gute Arbeit“ bedeutet.

Fakt bleibt: auch wenn die genauen Konsequenzen der Digitalisierung heute kaum genau zu fassen sind, zeichnen sich einige Trends seit einigen Jahren mit großer Deutlichkeit ab. Während repetitive (nicht nur manuelle!) Aufgaben mit niedrigem Qualifikationsanspruch zahlenmäßig stark zurückgehen werden, steigt der Qualifikationsdruck flächendeckend stetig an – und zwar nicht im Sinne klassischer Bildungslaufbahnen, sondern bezogen auf die gesamte Erwerbsbiographie. Nicht nur Unternehmen kommt im 21. Jhd. die Aufgabe zu, durch laufende Anstrengungen ein Kompetenzniveau zu halten, das den Anforderungen komplexer Technologien und Wirkzusammenhängen gerecht wird.

 

Der Impulsgeber im Vortrag , Prof. Dr. Christoph Igel , Direktor des deutschen Forschungsinstitutes für Künstliche Intelligenz verwies auf die derzeitige Entwicklung kolaborativer Strukturen, in denen Mensch und Maschine ihre jeweiligen Schwächen kompensieren, sie stecke zwar noch in den Kinderschuhen, verspreche jedoch eine Arbeitsweise, die es zu keinem Zeitpunkt in der Geschichte gab. Entgegen entsprechender Darstellungen im medialen Diskurs, ist es äußerst unwahrscheinlich, dass Maschinen menschliche Arbeitnehmer ersetzen werden. Vielmehr malen R&D-Abteilungen weltweit das Bild einer Art „Hybridwelt“, in der das Individuum vom bloßen Ausführer zum Schaffenden wird. Nun gilt es, Personen zu befähigen, ihr Potenzial auch ausschöpfen zu können.

 

In Anbetracht dieser „Zukunftsmusik“ geraten gerne die Jungen in den Fokus. Digital Natives, denen der intuitive Umgang mit modernen Technologien in die Wiege gelegt zu sein scheint, stellen in vielerlei Hinsicht für wichtige Ressource im Umgang mit der Digitalisierung dar, doch stellen sie ihrerseits Verantwortungsträger auf die Probe, so Rudolf Kast in seinem Impulsvortrag zur Generation Y:

Arbeit ist für viele mittlerweile weit mehr als bloßer Broterwerb. Sie suchen sinnvolle Tätigkeit in wertschätzenden Strukturen – autoritäre Führung und steile Hierarchien reizen sie nicht selten genauso wenig wie klassische Gratifikationen alá Dienstwagen und Eckbüro. Dabei geht es allerdings um weit mehr als Kicker im Pausenraum und Open-Space-Offices. Führungskräfte, die die Vertreter der Gen Y effektiv anwerben und langfristig halten wollen, müssen ihren eigenen Führungsstil hinterfragen. Die Zeit der Wissensmonopole allverantwortlicher Chefs ist für diese Altersgruppe vorbei, sie verlangen Transparenz und Selbstverantwortung und bieten dafür ein hohes Maß an Leistungswille und Lernbereitschaft. Darauf muss sich die Arbeitswelt einstellen und sich in Richtung Arbeit4.0. verändern. Die abschließende Podiumsrunde mit Unternehmensvertretern und einem Auszubildenden der Generation Z bestätigte dies alles. Ausgerechnet dieser jüngste Teilnehmer der Veranstaltung verwies auf die Bedeutung der direkten persönlichen Kommunikation als wesentliches Element der Vertrauensbildung im Unternehmen. Ein guter Standpunkt für die Zukunft.