Die 55- bis 70-Jährigen sind aktiver als je zuvor

20.04.15

Die Lebenszeit, die wir heute im Ruhestand verbringen, steigt immer weiter an. Was machen Menschen in diesen durchschnittlich fast 20 Jahren ihres Ruhestands, in denen sie teilweise noch sehr agil und gesund sind? Mit dieser Frage hat sich auch der Wissenschaftler Dr. Andreas Mergenthaler vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung auseinandergesetzt. 

Seine Fragen: 

  • Welche gesellschaftlichen Leistungen erbringen die heute 55 bis 70-Jährigen? 
  • Wo liegen noch weitere Potenziale und 
  • wo liegen die Grenzen des produktiven Alters?

Für seine Vergleichsstudie konnte Mergenthaler auf zwei Datensätze zurückgreifen: auf den Deutschen Alterssurvey (DEAS) von 2002 und die Studie "Übergänge und Alterspotenziale" (TOP) aus dem Jahr 2013. "Die 55- bis 70 Jährigen sind in den vergangenen elf Jahren immer stärker engagiert - und das betrifft sowohl das gesellschaftliche Engagement als auch das Erwerbsleben", fasst Mergenthaler das zentrale Ergebnis der Vergleichsstudie zusammen. 

Obwohl zwischen den Zeitpunkten der Befragungen nur elf Jahre liegen, sind die Unterschiede erheblich: So hat sich etwa die Erwerbsquote bei den ab 60-Jährigen zwischen 2002 und 2013 zum Teil mehr als verdoppelt. Auch bei den ehrenamtlichen Tätigkeiten sowie in der Familie zeigen die TOP-Befragten ein deutlich gesteigertes Engagement. So gab etwa fast jeder dritte Mann zwischen 55 und 59 Jahren an, in den letzten drei Monaten Kinder betreut zu haben. 2002 bejahten diese Frage nur 14 Prozent der Männer in dieser Altersgruppe. Bei den Frauen ist die Entwicklung ähnlich. Zudem berichtete 2013 jeder vierte Mann zwischen 55 und 59 Jahren, einen kranken oder behinderten Menschen zu betreuen. 2002 waren es in dieser Altersgruppe nur sieben Prozent der Männer. 

Lesen Sie hier weitere Ergebnisse der Vergleichsstudie.