Deutsche verlassen ländliche Regionen

11.07.15

Die Zahlen überraschen zunächst nicht. Um eine halbe Million Einwohner wird Deutschland bis zum Jahr 2030 schrumpfen, und dies trotz einer erwarteten hohen Zuwanderung in Deutschland. Nach den aktuellen Prognosezahlen, die Wissenschaftler der Bertelsmann Stiftung aus dem Datenportal "Wegweiser Kommune" generiert haben, leben in Deutschland im Jahre 2030 nur noch 79,97 Millionen Menschen - das sind 0,7 Prozent weniger als 2012.

Neu ist eher das Ausmaß der Verteilung: Ländliche Räume werden immer weiter ausgedünnt, während Städte und Metropolen weiter wachsen werden. So könnten für Gemeinden im ländlichen Raum die Folgen des Bevölkerungsrückgangs dramatisch werden. Ein Beispiel: In Hoyerswerda (Kreis Bautzen) wohnen nach Angaben der Bertelsmann Stiftung in 15 Jahren gut 26 Prozent weniger Menschen als 2012. Gemeinden um München werden hingegen um rund 25 Prozent wachsen. 

Die Herausforderung sei jetzt auch in einwohnerschwachen Regionen eine angemessene Gesundheitsversorgung, flexible Mobilitätsangebote, und schnelles Internet anzubieten, erklärte Stiftungsvorstand Brigitte Mohn. Der Grund: Für die schrumpfenden und alternden Regionen werde es immer schwieriger, eine gute Infrastruktur zu gewährleisten. Und das sind Voraussetzungen, um begehrte Facharbeiter auch in ländliche Regionen zu locken. 

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