Demographischer Wandel hemmt Wirtschaftsleistung

05.06.15

Kleine und mittlere Unternehmen sind in besonderem Maße auf hochmotivierte, sich selbstständig weiterbildende Mitarbeiter angewiesen. Dies vor allem wenn sie in internationalen Märkten bestehen wollen. Deshalb kann die Suche im internationalen Standortwettbewerb nach ausreichend qualifiziertem Fachpersonal bereits heute zum entscheidenden Engpassfaktor für das Wachstum nicht nur von Unternehmen sondern von Branchen und Volkswirtschaften insgesamt werden. Das sagen die Wirtschaftsprüfer von BDO in ihrem aktuellen Business Compass 2015.

Danach verfügen die westlichen Industrieländer und Japan aktuell noch über die am höchsten qualifizierten Beschäftigten, sehen sich aber der Herausforderung einer zunehmenden Alterung ihrer Erwerbsbevölkerung gegenüber.Im Vergleich der Arbeitsplatzperformance laut Business Compass 2015 hat die Schweiz nun knapp den Spitzenplatz erobert, gefolgt von den ostasiatischen Wirtschaftsmetropolen Singapur und Hong Kong. Dahinter folgen in den Top 10 wie in den Vorjahren ausschließlich OECD-Länder. Im weltweiten Regionsvergleich liegt Nordeuropa an der Spitze. Allein drei skandinavische Länder sind im globalen Ländervergleich in den Top 10. Die großen Wirtschaftsnationen USA, Deutschland und Japan belegen die Plätze 14, 11 und 20.

Die zunehmende Alterung, die die BDO-Studie als einen Grund für die schlechte Arbeitsplatzperformance ausgemacht hat, wird durch die sinkende Geburtenrate in Deutschland nicht so schnell abnehmen. Nach aktuellen Untersuchungen des Hamburger Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) hat Deutschland nicht nur die schlechteste Geburtenrate in Europa, sondern ist jetzt auch im internationalen Vergleich das Schlusslicht. Die überraschend schlechte Platzierung kommt zustande, weil die Forscher nicht die Zahl der Geburten pro Frau betrachten, sondern die Zahl der Geburten pro 1000 Einwohner. Hier zeigt sich, dass es in Deutschland mittlerweile relativ wenige Frauen im gebärfähigen Alter gibt.