Demografischer Wandel als Wettbewerbsvorteil

24.03.15

In Deutschland ist die Bevölkerung in den letzten Jahrzehnten stärker gealtert als in vielen andern Ländern. Dieser Erfahrungsvorsprung könne Deutschland möglicherweise als Exportmodell nutzen. 

Das ist eine der Schlussfolgerungen, die Prof. Dr. Norbert F. Schneider, Direktor des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) aus dem neuen "Demographie-Kompass" des BiB zieht. Seine Thesen stützt Schneider auf die 18 Indikatoren des "Demografie - Kompass", der erstmals einen differenzierten Vergleich von neun Ländern (Deutschland, Italien, Spanien, Frankreich, UK, USA, Korea, Japan, China) ermöglicht. 

"Alternde Gesellschaften können durchaus innovativ sein. Die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes kann durch die Alterung sogar positiv beeinflusst werden", fasste Schneider die Kernbotschaft des "Demografie - Kompass" bei dessen Vorstellung im Rahmen des 4. Berliner Demographie Forums zusammen. "Wir müssen deshalb mehr dafür tun, um die Lebensphase 60+ neu zu gestalten: entscheidend ist hier ein flexiblerer Umgang mit Arbeit, Renteneintritt und Engagement", forderte Schneider. 

In Deutschland entstehe gerade eine neue Bevölkerungsschicht sehr aktiver älterer Menschen zwischen 60 und 79 Jahren, so Schneider. Diese agilen Senioren seien gesund, würden das Leben genießen und seien bereit, sich weiter in der Gesellschaft zu engagieren. Viele von ihnen seien wohlhabend, konsumierten gern und würden auf diese Weise eine neue Nachfrage schaffen, von der zahlreiche Wirtschaftszweige profitierten. Anderen Ländern steht diese Entwicklung erst noch bevor - das bietet Chancen für Deutschland und die deutsche Wirtschaft.

Hier der Demografie-Kompass der BiB