Bevölkerungsrückgang: Muss das Renteneintrittsalter weiter steigen?

16.05.15

In 45 Jahren werden in Deutschland deutlich weniger Menschen leben als heute. Auch wenn in den kommenden fünf bis sieben Jahren die Bevölkerung leicht wachsen wird – danach wird sie stark abnehmen. Im Jahr 2060 werden in Deutschland nur noch zwischen 68 und 73 Millionen Menschen leben. Das ist das Ergebnis der aktuellen 13. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes.

Auch wenn sich die Statistiker nicht auf genaue Zahlen festlegen wollen – die Bevölkerungszahl in 2060 wird von der Geburtenrate und der Zuwanderung abhängen – sicher ist: Die Alterung der Gesellschaft schreitet voran. So wird in 2060 jeder dritte über 65 Jahre alt sein. Heute ist jeder fünfte im Rentenalter. 

Was bedeuten diese aktuellen Zahlen für den Arbeitsmarkt? Die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter von 20 bis 64 Jahren wird je nach Stärke der Zuwanderung bis 2060 um 23 bis 30 Prozent sinken. Das hat vor allem für die Sozialsystem große Auswirkungen: In 2060, so schätzen die Statistiker, werden bei 100 Erwerbstätigen die Zahl der Senioren von heute noch 34 auf 60 ansteigen. Die Zahl der Rentner wird sich verdoppeln.

Auch wenn die Zuwanderer die Entwicklung abmildern, aufhalten können auch die Zuwanderer die Alterung der Gesellschaft nicht. So müssten bis 2060 jedes Jahr im Schnitt 450.000 bis 500.000 mehr Menschen nach Deutschland kommen als das Land verlassen, um die Bevölkerung hierzulande konstant zu halten. Aktuell sind diese Zahlen realistisch – im Jahr 2013 lag die Nettozuwanderung bei 429.000 Menschen – aber die Zahl der Einwanderer wird sinken, ist sich das Statische Bundesamt sicher. 

Aufgrund dieser aktuellen Zahlen gehen die Statistiker davon aus, dass das Renteneintrittsalter bis 2060 auf 74 Jahre steigen müsste, damit die Erwerbstätigkeit konstant bleibt. Aber auch mit dem höheren Renteneintrittsalter löst sich nicht das Problem der steigenden Zahl älterer Menschen – das Verhältnis von Erwerbstätigen und Senioren wäre immer noch schlechter als heute.

Lesen Sie hier die aktuellen Zahlen der Bevölkerungsentwicklung nach.