Best Practices aus dem Demographie Netzwerk

09.11.21

4 Unternehmen

5 gute Beispiele

10 Studierende

 

Das Demographie Netzwerk verfolgt die Idee, aus dem Austausch zwischen verschiedenen Akteur*innen kreative Ideen zu entwickeln. Das Prinzip der Best-Practices untersucht dabei erfolgreiche Beispiele aus der Praxis mit Blick auf deren Allgemeingültigkeit und Übertragbarkeit auf andere Bereiche und Unternehmen. Sie bringen somit Lösungsstrategien über Unternehmensgrenzen hinweg in Umlauf.

Studierende der TU Dortmund haben unter der Federführung von Dr. Jonathan Falkenberg, Heisenberg-Professur für Arbeits- und Organisationssoziologie, wegweisende Praxisbeispiele von Unternehmen des Demographie Netzwerks zu Impulsen aufbereitet, die wir Ihnen gern nacheinander vorstellen möchten. Die Best-Practices aus heterogenen Anwendungsfeldern bilden ein vielfältiges Themenspektrum, welches sich in zahlreichen Aktivitäten des Netzwerks widerspiegelt, ab, und haben daher einen hohen inhaltlichen Mehrwert. Beginnen wollen wir mit einem Use-Case der SIEGENIA-Gruppe, einem Unternehmen der Metallindustrie.

 

1.

Thema: Wissenstransfer

"Strukturierte Sicherung von Erfahrungswissen"

Leonie Schäckel / Merle Teuber
 

Praxispartner: SIEGENIA Gruppe
Branche: Metallindustrie
2.600 Beschäftigte weltweit (1.700 in Deutschland)

 

Wenn langjährige Angestellte ein Unternehmen verlassen, kann auch das mit ihnen über die Jahre angeeignete Wissen verloren gehen. Die SIEGENIA GRUPPE, ein Unternehmen der Metallindustrie, hat deshalb ein Projekt initiiert, um einen strukturierten Wissenstransfer zu gewährleisten. Es soll helfen, das Erfahrungswissen der Beschäftigten zu sichern und es an nachfolgende Personen weiterzugeben.

Die Herausforderung

Der demographische Wandel zeichnet sich in der Belegschaft der SIEGENIA GRUPPE immer stärker ab. Die Belegschaft altert und der anstehende Altersruhestand der „Babyboomer“ führen dazu, dass in den kommenden Jahren zahlreiche Beschäftigte mit Schlüsselqualifikationen und wertvollem Erfahrungswissen das Unternehmen verlassen werden. Das Projekt soll deshalb dafür sorgen, sowohl explizites (leicht zu verschriftlichen) als auch implizites (schwer in Worte zu fassendes) Wissen zu erhalten, sodass das Unternehmen weiterhin davon profitieren kann.

Der erste Schritt

Auslöser war das Ausscheiden eines langjährigen Beschäftigten aus Altersgründen. Um eine nahtlose Übergabe an den Nachfolger zu gewährleisten, wurde ein strukturiertes Wissensmanagement pilotiert. Neben Fachkräften aus dem Bereich Personalentwicklung und der Leitung Controlling war ein externer Experte für Wissenstransfer beteiligt. Gemeinsam erarbeiteten sie drei Schritte für einen erfolgreichen Wissenstransfer.

Lösung

Das Pilotprojekt besteht aus drei Prozessschritten: Zuerst soll im Screening das zu übermittelnde Wissen und der bzw. die Wissensgeber*in identifiziert werden. Dies erfolgt in Gesprächen mit Führungskräften oder bei der Planung von Personalentwicklungsmaßnahmen. Dabei wird der Bedarf aufgedeckt, in welchen Bereichen ein Wissenstransfer notwendig ist. Die Führungskraft entscheidet schließlich über die Aufnahme eines Transferfalls und legt organisatorische Eckpunkte fest. Im zweiten Schritt erstellen die Führungskraft und der bzw. die Wissensgeber*in einen sogenannten Wissensbaum. Dieser bildet dessen relevantes und weit verzweigtes Wissen dar. Die Führungskraft priorisiert dann die Transferthemen. Im Anschluss wird ein Plan erstellt, in dem die Lernziele sowie Transfermethoden stehen. Außerdem werden Meilensteine terminiert und Ansprechpersonen benannt. Im dritten Schritt wird das relevante Wissen mithilfe des Wissensbaums an den oder die Wissensempfänger*in weitergegeben. Dazu kommen verschiedene Formate (z.B. Gesprächsrunden) zum Einsatz

Ergebnis

Dank der Bereitschaft aller Beteiligten und des strukturierten Vorgehens konnte das relevante Wissen wie beabsichtigt weitergegeben werden. Der strukturierte Wissenstransfer bietet somit die besten Voraussetzungen, das wertvolle Wissen der Beschäftigten zu erhalten. Im Bereich Personalmanagement ist man mit dem Projekt sehr zufrieden und blickt optimistisch in die Zukunft: „Wir sind uns sicher, dass ein strukturierter Wissenstransfer mittelfristig ein fester Bestandteil in der Personalentwicklung der SIEGENIA GRUPPE sein wird.“

Bildquelle: www.vecteezy.de

 

Hier finden Sie das Dokument zu dem Use-Case:

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