Auswirkungen von Industrie 4.0

07.11.15

Der digitale Wandel in der Produktion, das sogenannte Industrie 4.0, wird der deutschen Industrie in den kommenden Jahren bis zu 60.000 Arbeitsplätze kosten. Das ist das Ergebnis der aktuellen Studie "Industrie 4.0 und die Folgen für Arbeitsmarkt und Wirtschaft" des Instituts für Arbeitsmarkt– und Berufsforschung (IAB) aus Nürnberg. Auf der einen Seite, so das IAB, werden mit dem digitalen Wandel in den kommenden Jahren in Deutschland rund 430.000 neue Arbeitsplätze entstehen. Auf der anderen Seite gehen aber in derselben Zeit 490.000 meist einfachere Jobs verloren.

Industrie 4.0 bezeichnet - nach der Definition des Bundeswirtschaftsministeriums – eine enge Verzahnung der Produktion mit modernster Informations- und Kommunikationstechnik. Dabei koordinieren intelligente Maschinen selbstständig Fertigungsprozesse, Service-Roboter kooperieren in der Montage mit Menschen. Gleichzeitig können diese computergesteuerten Maschinen eigenständig den Materialausschuss minimieren, Energie sparen, Prozesse optimieren, Mängel melden und Nachschub organisieren. Aber die digitale Fabrik ist teuer und wirft Sicherheitsfragen auf. 

Auf heise.de sagt Enzo Weber, Arbeitsmarktforscher und Mitautor der IAB-Studie: "Es kommt zu einer deutlichen Umschichtung von Arbeitsplätzen. Dabei werden vor allem Beschäftigte, die heute Maschinen und Anlagen bedienen, betroffen sein."

Unternehmen und die Bundesagentur für Arbeit seien jetzt gefordert, um die Auswirkungen der Veränderungen abzufedern und damit frühzeitig entgegenzusteuern. Vor allem Facharbeiter, die bisher an den Produktionsstraßen mit Routinearbeiten beschäftigt sind, müssten für anspruchsvolle Aufgaben in der Industrie 4.0 umgeschult und Arbeitslose für die neuen Anforderungen fit gemacht werden.

Laden Sie sich hier die aktuelle IAB-Studie herunter.