Auch im Westen schrumpfen die Kommunen

13.09.15

In den Jahren 2008 bis 2013 ist die Bevölkerung in deutschen Großstädten um 2,8 Prozent gewachsen. Gleichzeitig sind mittelgroße Städte und kleinere Orte geschrumpft. Dieser Prozess fiel in Ostdeutschland stärker als im Westen aus und betraf vor allem die dünn besiedelten ländlichen Gebiete.

Das sind die zentralen Ergebnisse einer Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung. Antonia Milbert, die Autorin der Studie, betont, dass die Studie nicht nur die Bevölkerungsentwicklung, sondern auch strukturelle, zum Beispiel wirtschaftliche Veränderungen, verglichen hat. „Aber nicht nur östliche Landkreise schrumpfen, sondern auch Kommunen im Westen Deutschlands. Dies ist eine Botschaft, die in westlichen Kommunen noch immer nicht angekommen ist“, sagt Milbert.

Unter den Großstädten verzeichneten Münster (+8,9 Prozent), Frankfurt am Main (+7,6 Prozent), Darmstadt (+7,3 Prozent) und München (+7 Prozent) von 2008 bis 2013 den größten Zuwachs an Neubürgern. Die ostdeutschen Großstädte Leipzig (+7 Prozent), Potsdam (+6,3 Prozent) und Dresden (+5,8 Prozent) gehören ebenfalls zu den Top Ten. Nur wenige Großstädte haben zwischen 2008 und 2013 an Bevölkerung verloren. Diese konzentrieren sich auf das Ruhrgebiet.

Unter den Städten mittlerer Größe (20.000 bis 100.000 Einwohner) ist der Anteil der schrumpfenden Kommunen deutlich größer. Ein starkes Wachstum verzeichneten vor allem die Städte im Umland der Metropolen. Ein hohes Minus wiesen hingegen Mittelstädte in den ehemaligen industriellen Zentren Ostdeutschlands auf. Die drei am stärksten schrumpfenden Kommunen Hoyerswerda (Sachsen), Bitterfeld-Wolfen (Sachsen-Anhalt) und Eisenhüttenstadt (Brandenburg) verloren zwischen 2008 und 2013 ein Zehntel ihrer Bevölkerung. 

Vor allem die kleineren Gemeinden im ländlichen Raum sehen sich der Studie zufolge mit einer Negativspirale konfrontiert. So habe sich dort zwischen 2008 und 2013 die Zahl der Erwerbsfähigen weiter verringert. Dieser Trend werde verstärkt durch die Abwanderung von jungen Menschen in die Großstädte. Die Entwicklung verschärfe den Fachkräftemangel, der bereits heute in vielen Regionen spürbar sei.

Auch ddn hat die Herausforderungen des demographischen Wandels für die Kommunen erkannt. Der ddn-Arbeitskreis „Kommunen und Wirtschaft für Generationen“ tauscht praxiserprobte Lösungsansätze und Erfahrungsberichte aus. Am 22. Oktober führt ddn in Erfurt zudem die Zukunftswerkstatt „Wirtschaft und Kommune im Wandel“ durch, bei der die Zukunft von Arbeit und Mobilität im Mittelpunkt steht. Mehr zur Zukunftswerkstatt erfahren Sie hier.

Laden Sie sich hier die Ergebnisse der BBSR-Studie herunter.