ddn bietet Ihnen aktuelle Informationen rund um das Thema Demographie in der Arbeitswelt.

ddn-Umfrage: Digital Natives vs. Analoge Immigranten

Fit für die Digitalisierung? Der Blick der Generationen

Hintergrund

Die Digitalisierung bildet seit Jahren einen wesentlichen Aspekt der Debatte zur Arbeitswelt der Zukunft. Während die einen in ihr den Auslöser katastrophaler Fehlentwicklungen sehen, erwarten sie die anderen als Heilsbringer in Zeiten großer Herausforderungen. So gegensätzlich ihre Projektionen ausfallen mögen, so einig sind sich beide Seiten doch, wenn es um eine simple Feststellung geht: Arbeitsstrukturen, -prozesse, -inhalte und -zweck werden sich nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ fundamental verändern.

Die gern formulierte Analogie zur industriellen Revolution, in der Dampfmaschinen menschliche Körperkraft zunehmend überflüssig machten, greift dabei zu kurz. Digitalisierung bedeutet weit mehr als die Einführung von Robotertechnik in der Produktion. In Zeiten datengestützter Handlungsplanung erreichen Softwarelösungen ein Maß an Effizienz, das kein Mensch auch nur annähernd anstreben könnte. Selbst Wirtschaftsbereiche, denen klassischerweise eine größere Distanz zu technischen Lösungen zugeschrieben wird (z.B. gesundheitlich-pflegerische Versorgung), erleben drastische Veränderungen und stellen im Zuge dessen neue Anforderungen an die Menschen, die in ihnen arbeiten.

Pauschale Forderungen an z.B. Bildungseinrichtungen sind nur schwer zu formulieren. Die Ansprüche von Unternehmen an die Arbeitnehmer der Zukunft werden aller Voraussicht nach zum einen je nach Branche und Digitalisierungsgrad stark variieren, zum anderen aufgrund immer kürzerer Innovationszyklen einem konstanten Wandel unterliegen. Die wesentliche Kompetenz des „Arbeiters 4.0“ liegt folglich in seiner Veränderungsbereitschaft: rasante Entwicklungen verlangen nach Menschen, die willens und fähig sind, mit ihnen Schritt zu halten.

Umfrage

Gerade dieses Tempo ist es, das insbesondere ältere Arbeitnehmer in’s Abseits drängt. Sie gelten als erfahren, doch wenig flexibel. Im inner- und außerbetrieblichen Wettbewerb mit den jüngeren „Digital Natives“ erscheinen die analogen Immigranten der Generation 40+ hoffnungslos unterlegen. Auch diesem Vorurteil wollte ddn mit seiner diesjährigen Umfrage auf den Grund gehen. Wir fragten nach der subjektiven Einschätzung zur Frage: Wie fit bin ich für die Digitalisierung?

Es zeigt sich ein weiteres Mal, wie weit Fremd- und Selbstwahrnehmung auseinander gehen. Während alle Generationen ihre älteren und gleichaltrige Kollegen relativ schlecht bewerten, sehen sie sich selbst als überdurchschnittlich kompetent (siehe Abb.). Es lässt sich keine klare Altersabhängigkeit der Digitalkompetenz identifizieren. Der Einfluss der negativen Altersbilder, zeigt sich in der Bewertung anderer dagegen mit großer Deutlichkeit. Interessanterweise werfen auch weitere Zwischenergebnisse Zweifel an der Gültigkeit der Stereotype auf: die jüngste Befragtengruppe (21-30 Jahre) schätzt ihre Altersgenossen deutlich schlechter ein als die übrigen Generationen. Es scheint, als sei die Assoziation „jung = digital kompetent“ im Selbstbild der Befragten zwar bekannt, werde aber nicht zwingend geteilt.

Insbesondere mit Blick auf den demographischen Wandel erscheint es fatal, das Potenzial des wachsenden Anteils älterer Arbeitnehmer zu ignorieren. Gleichzeitig gilt es, den beschriebenen Fehlurteilen zu begegnen: haltlose Stereotype gefährden nicht nur die Leistungsbereitschaft des Einzelnen, sie untergraben auch den Zusammenhalt der Generationen untereinander und blockieren somit unternehmerische Gestaltungsmöglichkeiten, die angesichts kommender Herausforderungen weiter an Relevanz gewinnen.

Weitere Zwischenergebnisse sowie Informationen zur Teilnahme an der Umfrage finden Sie hier.