ddn bietet Ihnen aktuelle Informationen rund um das Thema Demographie in der Arbeitswelt.

ddn-Umfrage 2017: Generationenbilder und Digitalisierung

Arbeitswelt von morgen – wie WOLLEN wir arbeiten?

 

Eine zunehmend rasante Digitalisierung trifft auf eine alternde Gesellschaft. Nicht nur in Deutschland stellen immer kürzere Produktions- und Innovationszyklen bewährte HRM-Konzepte in Frage. Bei allen Differenzen sind sich Schwarzseher und Optimisten doch in einem Punkt einig: die kommenden Jahrzehnte werden grundlegend verändern, wie wir Arbeit gestalten, erleben und bewerten.

 

Mit ihrer Studie „Wertewelten 4.0“ untersuchte die nextpractice GmbH im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) in über 1200 Tiefeninterviews, was eine gute Arbeitswelt für Menschen in Deutschland bedeutet. Aus der Analyse der qualitativen und quantitativen Aussagen ergaben sich sieben Wertewelten, die die Einstellung der Befragten zur Arbeit im Allgemeinen beschreiben. Auf diesen Ergebnissen bauten ddn und nextpractice auf und fokussierten gezielt die prognostizierten Veränderungen kommender Jahre. Wir suchten die Perspektive des Einzelnen, um die Lücke zwischen theoretisch vermuteten und praktisch vorhandenen Wünschen und Herausforderungen zu schließen.

 

Neben den Wertewelten untersuchten wir dazu vier Kompetenzfelder: Erfahrungswissen, Lernbereitschaft, Innovationsfähigkeit und Digitale Kompetenz. In einer sich rasant verändernden Wirtschaftslandschaft wird die nachhaltige unternehmerische Entwicklung dieser Schlüsselfähigkeiten zum hochwirksamen strategischen Instrument – und doch ranken sich um sie zahlreiche Vorurteile und Missverständnisse. Um herauszufinden, was Beschäftigte unterschiedlichen Alters denken, nahmen wir das Verhältnis der Generationen in den Blick. Was trauen Alt und Jung einander zu – und wer sieht sich den kommenden Veränderungen am besten gewachsen?

 

 

 

Die Befragten

70% der mehr als 600 bisher Befragten sind über 40 Jahre alt, 85% besitzen einen Hochschulabschluss und 66% sind als Unternehmens-, öffentliche - oder sonstige Dienstleister tätig. Entgegen der Erwartung lässt sich trotz dieser Samplehomogenität ein breites Spektrum vertretener Wertvorstellungen identifizieren (siehe Abb. 2). Und auch die Bewertungen derzeitiger Entwicklungstrends sind alles andere als eindeutig.

 

 

 

Digitalisierung – Fluch oder Segen?

 

Betrachtet man Aussagen zur Zukunft der Arbeit vor dem Hintergrund der jeweils vertretenen Wertewelt, ergibt sich ein spannendes Bild. Menschen, die in ihrer Orientierung an Höchstleistung (7%) und Selbstverwirklichung (47%) durch Arbeit einen vergleichsweise starken Ich-Bezug aufweisen, bewerten die Digitalisierung überwiegend positiv. Für diese Gruppe bedeutet sie weitestgehend einen wünschenswerten Fortschritt, der lästige Prozesse erleichtern und so den eigenen Alltag aufwerten wird. Ein hohes Maß an subjektiver Lernbereitschaft bei gleichzeitig schwacher Digitalkompetenz deutet darauf hin, dass lebenslanges Lernen nicht als äußerer Zwang, sondern vielmehr als intrinsischer Wunsch verstanden wird. Dem entgegen stehen Menschen, deren Fokus weniger stark auf der eigenen Arbeit als sinnstiftende Instanz liegt. Sie betrachten die fortschreitende Technik eher skeptisch und sehen stärker potenzielle Gefahren in prognostizierten Veränderungen. Der (notwendige) Ausbau der eigenen Digitalkompetenz wird stärker als Belastung empfunden, während Aspekte wie etwa Entfremdung deutlich stärker die Wahrnehmung prägen.

 

Interessanterweise trennen sich die Wertewelten nicht nach Alter. Insbesondere Aspekte, die traditionell eher jüngeren Arbeitnehmern zugeschrieben werden (z.B. Wunsch nach Flexibilität), sind in allen Altersgruppen gleichmäßig verteilt. Und auch „alte“ Werte (z.B. Wunsch nach Sicherheit) bündeln sich nicht in älteren Kohorten, sondern werden auch von jüngeren Beschäftigten proportional geteilt.

 

Die Teilnahme an der Umfrage ist weiterhin möglich.
Zeigen auch Sie uns Ihre Meinung und erfahren Sie dabei mehr über die Wertwelten der übrigen Befragten!