Entdecken Sie hier zentrale demographische Begrifflichkeiten und Konzepte. Vom "Altenquotienten" bis zum "Work Ability Index".

Sterberate

Einleitung

Die Sterberate, auch Mortalität genannt, gibt die Anzahl der Todesfälle in einem bestimmten Gebiet und für einen bestimmten Zeitraum an. Zudem lassen sich altersspezifische Sterberaten ermitteln, welche die Todesfälle pro Altersklasse pro Zeit angeben, wie es beispielsweise bei der Kindersterblichkeit der Fall ist. 

Fakten

Im Jahr 2014 starben 868 000 Menschen, gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl der Sterbefälle um 2,8 % gesunken (2013: 894 000). Wie in allen Jahren seit 1972 starben somit mehr Menschen als Kinder geboren wurden. 2014 lag die Differenz bei 153 000, im Jahr 2013 bei 212 000. Verschiedene Faktoren beeinflussen die Sterberate. Die Qualität der medizinischen Versorgung und äußere ökologische Determinanten haben großen Einfluss auf die Mortalität und bestimmen vor allem in Entwicklungsländern noch heute das durchschnittliche Lebensalter mit. 

In den Industriestaaten sind es vor allem Erkrankungen des Herz-/Kreislaufsystems und Krebsleiden, die die Lebenserwartung bestimmen. 25 % aller im Jahr 2013 in Deutschland verstorbenen Personen erlagen einem Krebsleiden (bösartige Neubildung). Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) zum Weltkrebstag am 4. Februar 2015 weiter mitteilt, bleibt Krebs mit 223 842 Sterbefällen nach den Herz-Kreislauferkrankungen die zweithäufigste Todesursache. 

Das durchschnittliche Sterbealter steigt bei Krebserkrankten seit Jahren an: Im Jahr 2013 erreichte es mit 73,4 Jahren den bisher höchsten gemessenen Wert. Krebs ist zunehmend eine Erkrankung, die erst im fortgeschrittenen Alter auftritt. Der Anteil Gestorbener mit Krebs, die 85 Jahre und älter waren, lag im Jahr 2013 bei 17 %. Im Jahr 1983 hatte der Anteil lediglich etwas über 8 % betragen.  

Die häufigste Krebsart mit Todesfolge von Männern waren Erkrankungen der Verdauungsorgane mit 38 987 Gestorbenen. Das durchschnittliche Sterbealter lag bei 72,5 Jahren. Danach folgten Lungen- und Bronchialkrebs mit 30 962 Sterbefällen und einem durchschnittlichen Sterbealter von 70,9 Jahren. 

Auch bei den Frauen dominierten Krebserkrankungen der Verdauungsorgane mit 31 012 Gestorbenen. Das durchschnittliche Sterbealter lag mit 76,8 Jahren um mehr als vier Jahre über dem Durchschnitt der Männer. An zweiter Stelle folgten Brustkrebserkrankungen mit 17 853 Sterbefällen und einem durchschnittlichen Sterbealter von 72,6 Jahren. 

Den stärksten Anstieg krebsbedingter Sterbefälle von Frauen gab es in den letzten 30 Jahren mit + 180 % bei Lungen- und Bronchialkrebs (von 5 491 auf 15 370 Sterbefälle). Diese Krebsform steht in engem Zusammenhang mit dem Rauchen. Die höchste Zuwachsrate bei Männern gab es in diesem Zeitraum mit + 152 % bei Leber- und Gallenkrebs (von 1 981 auf 5 000 Sterbefälle).

Auch sozioökonomische Faktoren, wie Schulabschluss, berufliche Position, Einkommen und Schichtzugehörigkeit beeinflussen die Lebenserwartung. Mit steigendem sozioökonomischem Status geht eine geringere Sterberate einher. 

Nachweise

  1. Statistisches Bundesamt (2015): Pressemitteilung Nr. 302 vom 21.08.2015: Mehr Geburten und weniger Sterbefälle im Jahr 2014 [1].
  2. Statistisches Bundesamt (2015):Pressemitteilung Nr. 034 vom 02.02.2015: Krebs war 2013 die zweithäufigste Todesursache [2]