Entdecken Sie hier zentrale demographische Begrifflichkeiten und Konzepte. Vom "Altenquotienten" bis zum "Work Ability Index".

Renteneintrittskorridor

Einleitung

Ein Korridor zum Rentenzugang (oder Renteneintritt) ermöglicht innerhalb einer gewissen Zeitspanne früher aus dem Erwerbsleben auszutreten und Zahlungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung mit Abschlägen in Anspruch zu nehmen. 

Fakten

Trotz der schrittweisen Einführung der „Rente mit 67“ seit 2012 ist es unter bestimmten Voraussetzungen auch weiterhin möglich, eine Altersrente schon vor dem Erreichen der Regelaltersgrenze zu beziehen. Dabei sind mehrere vorgezogene Altersgrenzen und -renten zu unterscheiden.

Altersrente für langjährige Versicherte: Diese Altersrente kann ab dem 63. Lebensjahr bezogen werden. Voraussetzung dafür ist, dass eine Wartezeit von 35 Jahren ("langjährig Versicherte") erfüllt worden ist. Die vorzeitige Inanspruchnahme dieser Rente ist mit Abschlägen verbunden, und zwar in Höhe von 0,3 Prozent je Monat, gemessen an der jeweils maßgeblichen Regelaltersgrenze. Liegt die Regelaltersgrenze (im Jahr 2014) bei 65 Jahren und drei Monaten, so entspricht dies bei einem Rentenbeginn mit 63 Jahren einer Rentenkürzung von 8,1 Prozent. Im Jahr 2029, wenn die neue Regelaltersgrenze von 67 Jahren erreicht worden ist, hat sich dann der Kürzungsbetrag auf 14,4 Prozent erhöht. 

Altersrente für besonders langjährig Versicherte: Wer hingegen eine Wartezeit von 45 Jahren erfüllt hat, kann mit 65 Jahren ohne Abschläge in Rente gehen. Auf die Wartezeit von 45 Jahren ("besonders langjährige Versicherte") werden Pflichtbeiträge aus Zeiten einer Beschäftigung, selbstständigen Tätigkeit und Pflege sowie Zeiten der Erziehung eines Kindes bis zum 10. Lebensjahr angerechnet. Nicht berücksichtigt werden hingegen Zeiten aufgrund des Bezuges von Arbeitslosengeld und Arbeitslosengeld II (Hartz IV). 

Altersrente für schwerbehinderte Menschen: Schwerbehinderte Menschen konnten bis Ende 2011 ab 63 Jahren eine vorzeitige Rente ohne Abschläge und ab 60 Jahren mit Abschlägen beziehen. 2012 – beginnend mit dem Geburtsjahrgang 1952 – wurde die Altersgrenze für die frühestmögliche Inanspruchnahme dieser Rente schrittweise von 60 auf 62 Jahre heraufgesetzt. Gleichzeitig wurde die bisherige Altersgrenze für einen abschlagsfreien Bezug dieser Rente – ebenfalls beginnend mit dem Geburtsjahrgang 1952 – stufenweise von 63 auf 65 Jahre angehoben (vgl. Tabelle). Damit verbleibt es bei einem maximalen Abschlag in Höhe von 10,8 Prozent bei der frühestmöglichen Inanspruchnahme. 

Schwerbehinderte Menschen sind Personen, deren Grad der Behinderung mindestens 50 Prozent beträgt. Die Schwerbehinderung wird durch den Schwerbehindertenausweis nachgewiesen. Dieser muss bei den (nach Bundesländern unterschiedlich geregelten) zuständigen Ämtern beantragt werden. Zugleich muss eine Wartezeit von 35 Jahren erfüllt sein.

Nachweise

  1. Bundeszentrale für politische Bildung: Dossier Rentenpolitik, Vorgezogene Altersrenten und -grenzen und Abschläge [1]

http://www.bpb.de/politik/innenpolitik/rentenpolitik/142648/vorgezogene-altersrenten-und-abschlaege