Entdecken Sie hier zentrale demographische Begrifflichkeiten und Konzepte. Vom "Altenquotienten" bis zum "Work Ability Index".

Personalpolitik und Rekrutierung

Autor: Sophie Schindler

Demographischer Wandel - Die Auswirkungen auf Personalpolitik und Rekrutierung

Die Demographie oder auch Bevölkerungswissenschaft befasst sich statistisch und theoretisch mit der Entwicklung von Bevölkerungen und ihren Strukturen. Sie untersucht ihre alters- und zahlenmäßige Gliederung, ihre geografische Verteilung sowie die Umwelt- und sozialen Faktoren, die für Veränderungen verantwortlich sind. Die Erforschung der Regelmäßigkeiten und Gesetzmäßigkeiten in Zustand und Entwicklung der Bevölkerung wird vor allem mit Hilfe der Statistik erfasst und gemessen, wofür Beschreibungs- und Erklärungsmodelle entwickelt werden

Messbare Hauptindikatoren für die demographische Entwicklung sind Fertilitätsrate, Lebenserwartung und Wanderungssaldo. In Deutschland wurden laut des statistischen Bundesamtes Wiesbaden im Jahre 2013 682.069 Kinder geboren. Im Jahre 1965 war die Zahl mit 1,4 Millionen Geburten mehr als doppelt so hoch. Obgleich sich die Geburtenrate halbiert hat, wächst die durchschnittliche Lebenserwartung bei Männern auf 77,7 und bei Frauen 82,8 Jahren. (Quelle: Destatis, Statistisches Bundesamt) 

Zudem wurde am 01. Januar 2012 das neue Rentenregelungsgesetz „Rente mit 67“ erlassen. Der Übergang erfolgt schrittweise und ist nach Geburtsjahrgängen geregelt. Der Geburtsjahrgang 1947 kann mit 65 Jahren und einem Monat in Rente gehen, für alle Jahrgänge ab 1964 liegt das gesetzliche Renteneintrittsalter bei 67 Jahren. 

Eine Ausnahmeregelung von der Rente mit 67 gilt seit 2015  für einige Geburtsjahrgänge mit der Einführung der Rente mit 63. Danach können langjährig Versicherte mit 45 Beitragsjahren bereits mit 63 Jahren ohne Abschläge in Altersrente gehen. Dies gilt für Personen, die bis einschließlich 1952 geboren sind. Für die Geburtsjahrgänge 1953 bis 1963 soll das Renteneintrittsalter schrittweise auf das 65. Lebensjahr angehoben werden. 

Altersmanagement - Alternsmanagement

Human Ressource Management

Um im Wettbewerb bestehen zu können, müssen Unternehmen also auf die veränderte Altersstruktur und den damit zusammenhängenden Herausforderungen der (potenziellen) Arbeitnehmer reagieren. 

Hierbei spielt der Begriff Altersmanagement eine besondere Rolle. Unternehmen gehen dabei auf die Bedürfnisse älterer Arbeitnehmer ein, um sie motiviert und gesund bis zum Übergang ins Rentenalter zu beschäftigen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das Alternsmanagement. Im Vordergrund steht hier die präventive Vorbereitung auf ein erfolgreiches und produktives Tätigsein im Beruf bis ins höhere Alter.

Die Rekrutierung älter Mitarbeiter ist für Unternehmen noch Neuland und insofern eine besondere Herausforderung. Beispielsweise haben ältere Arbeitnehmer nicht die gleichen Bildungswege absolviert wie jüngere Mitarbeiter, einige Positionen erforderten früher z. B. keinen Hochschulabschluss. Vor diesem Hintergrund dürfen aber Vorurteile und Altersdiskriminierung in Unternehmen keinen Platz einnehmen. Auch wichtig: Ältere Mitarbeiter haben einen größeren Erfahrungsschatz und Wissen, mit dem sie das Unternehmen bereichern können. 

Es gibt bereits Unternehmen, die diese Chancen heute schon nutzen und Maßnahmen für die Personalrekrutierung älterer Arbeitnehmer umgesetzt haben: 

  • Die ING-DiBa hat sich an dem Projekt JOBaktiv 50+  des Wirtschaftsministeriums beteiligt, das die Wiedereingliederung von arbeitslosen Menschen über 50 zum Ziel hatte. In einer neunmonatigen Aus- bzw. Weiterbildung erlernen die „Azubis“ den von der IHK anerkannten Beruf "Servicefachkraft für Dialogmarketing". 
  • Auch der Autokonzern „Audi“ hat ein Programm namens „Silver Line“ ins Leben gerufen, von denen ältere Mitarbeiter profitieren. Hier werden älteren Mitarbeitern alternative Karrieren angebotenen, die dem Alter entsprechende Anforderungen haben. 

Die nachfolgende Grafik, zur Verfügung gestellt von Frau Prof. Dr. Victoria Büsch zeigt die Herausforderungen des Human Ressource Management. In dieser Darstellung wird deutlich, dass die verschiedenen Bereiche wie Rekrutierung, Förderung und Ausstieg sich nicht mehr nur auf bestimmte Altersstrukturen konzentrieren.