Entdecken Sie hier zentrale demographische Begrifflichkeiten und Konzepte. Vom "Altenquotienten" bis zum "Work Ability Index".

Geburtenbilanz

Einleitung

Die Geburtenbilanz bezeichnet die natürliche Bevölkerungsentwicklung. Sie ist eine Messgröße der Demographie, welche die Zahl der Lebendgeborenen abzüglich der Sterbefälle in einem bestimmten Gebiet und innerhalb eines gewissen Zeitraums misst. In Kombination mit dem Wanderungssaldo können mit der Geburtenbilanz Aussagen darüber gemacht werden, ob eine Gesellschaft schrumpft oder wächst. Wenn die Geburtenzahl die Zahl der Sterbefälle überwiegt, spricht man von einer positiven natürlichen Bevölkerungsentwicklung oder einem Geburtenüberschuss, im gegenteiligen Fall liegt ein Sterbeüberschuss vor. 

Fakten

 

Natürliche Bevölkerungsbewegung

Geborene und Gestorbene

Geburten/Sterbefälle

2010

2011

2012

2013

2014

Lebendgeborene insgesamt

677 947

662 685

673 544

682 069

714 927

je 1 000 Einwohner

8,3

8,12

8,33

8,43

8,53

...

Lebendgeborene von nicht verheirateten Eltern

225 472

224 744

232 383

237 562

250 074

Lebendgeborene mit ausländischer Staatsangehörigkeit1

33 484

31 940

32 000

39 3974

...

Totgeborene

2 466

2 387

2 400

2 556

2 597

Gestorbene

858 768

852 328

869 582

893 825

868 356

je 1 000 Einwohner

10,5

10,42

10,63

10,83

11,13

...

Gestorbene im 1. Lebensjahr

2 322

2 408

2 202

2 250

2 284

Überschuss der Lebendgeborenen (+)
beziehungsweise der Gestorbenen (-)

- 180 821

- 189 643

- 196 038

- 211 756

- 153 429

1 Seit 1.1.2000 neues Staatsangehörigkeitsrecht.

2 Ergebnis des Zensus 2011 noch nicht berücksichtigt.

3 Ergebnis des Zensus 2011 berücksichtigt.

4 Zahl der Kinder mit ausländischer Staatsangehörigkeit ist verfahrenstechnisch bedingt überhöht.

Geburtenbilanz

Im Jahr 2013 wurden in Deutschland 682 069 Kinder geboren. Das waren rund 8 500 Neugeborene mehr als im Vorjahr. Die zusammengefasste Geburtenziffer betrug – nach vorläufiger Schätzung von Destatis – 1,41 Kinder je Frau. Sie hat sich damit im Vergleich zum Jahr 2012 (1,40 Kinder je Frau) nur geringfügig verändert. 2013 betrug der Sterbeüberschuss ca. 213 000.

Good Practice 

Familienstadt mit Zukunft 

Familienstadt mit Zukunft ist ein Modellprojekt des Landes Hessen, das die Wirkung familienpolitischer Maßnahmen erforschen möchte mit dem Ziel, den demographischen Trend umzukehren und die Geburtenrate zu steigern. 

Das Land Hessen hat 2005 ein Modellprojekt unter hessischen Kommunen mit einer Größe zwischen 20.000 und 50.000 Einwohnerinnen und Einwohnern ausgeschrieben, das über einen Zeitraum von zehn Jahren Erfolge kommunaler Ansätze für eine Familienpolitik der Zukunft erproben soll. 

Ziel des Modellversuchs ist es, die Wirkung einzelner familienpolitischer Maßnahmen auf das Klima zur Gründung von Familien sowie auf das generative Verhalten der Wohnbevölkerung zu evaluieren. Beteiligen konnten sich hessische Kommunen mit 20.000 bis 50.000 Einwohnern. Insgesamt haben sich 33 hessische Städte der vorgeschriebenen Größenordnung um die Teilnahme am Modellprojekt beworben. 

In Hessen gibt es zwei Standorte für das Modellprojekt: die Stadt Büdingen (Wetteraukreis) und die Stadt Frankenberg (Kreis Waldeck-Frankenberg).“  

 

Nachweise

  1. Statistisches Bundesamt: Natürliche Bevölkerungsbewegung: Geborene und Gestorbene.
  2. Stadt Frankenberg
  3. Stadt Büdingen
  4. Der FamilienAtlas
  5. Statistisches Bundesamt: Pressemitteilung Nr. 434 vom 08.12.2014: 682 000 Kinder kamen im Jahr 2013 zur Welt