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Demographie

Einleitung

Das Wort „Demographie“ stammt aus dem Griechischen und setzt sich zusammen aus „démos = das Volk“ und „graphein = schreiben/beschreiben. Bei der sinngemäßen deutschen Übersetzung Bevölkerungswissenschaft handelt es sich nach der Definition des Gabler Wirtschaftslexikons um die Lehre von den Verlaufsformen der Bevölkerungsbewegung, ihren Ursachen und Folgen. Ihnen liegt ein Zusammenwirken der Bevölkerungsvorgänge (Geburten, Sterbefälle, Zu- und Abwanderung) zugrunde, das mit eigenen Instrumenten, Methoden und Theorien analysiert wird. 

Fakten

Demographie beschäftigt sich dabei speziell mit Bevölkerungsstrukturen, d. h. beispielsweise mit der Alters- und Geschlechtsstruktur einer Bevölkerung, mit Bevölkerungsbewegungen wie Wanderungen und Migration und mit Bevölkerungsentwicklungen, wie die Veränderung der Bevölkerung nach Gesamtzahl und Alterstruktur.[1] 

Methodik

Ihre (statistischen) Daten bezieht die Demographie (Bevölkerungswissenschaft) dabei aus Bevölkerungsvorausbeschreibungen. Dafür werden Annahmen zu zukünftigen Geburtenentwicklung[2], Sterbeentwicklung[3] und Wanderungen[4] verwendet. 

Bevölkerungsvorausberechnungen

Die Bevölkerungsvorausberechungen ermöglichen es, künftige Veränderungen im Altersaufbau der Bevölkerung zu prognostizieren und zahlenmäßig mess- und darstellbar zu machen. Aufgrund der Stetigkeit der Bevölkerungsentwicklung können dazu Aussagen über einen relativ langen Zeitraum getroffen werden. 

Das Vorausberechnungsmodell des Statistischen Bundesamtes stellt eine Makrosimulation dar: Es operiert mit der Gesamtbevölkerung, unterteilt nach Geburtsjahren und Geschlecht (sogenannten Kohorten). Die Kohorten werden anhand von alters- und geschlechtsspezifischen Übergangswahrscheinlichkeiten beziehungsweise Häufigkeiten von Jahr zu Jahr fortgeschrieben. Dieses Modell fußt auf dem international weit verbreiteten Verfahren, der Kohorten-Komponenten-Methode. Unter den Komponenten der Fortschreibung werden die demographischen Einflussfaktoren wie Geburtenhäufigkeit, Sterblichkeit und Wanderungen verstanden. Zur Entwicklung dieser Komponenten im Projektionszeitraum werden detaillierte Annahmen getroffen.

Die Annahmen zur Entwicklung der Geburtenhäufigkeit und Sterblichkeit beruhen in erster Linie auf Untersuchungen der Verläufe dieser Komponenten im Zeit- und Ländervergleich. Es werden aber auch Hypothesen über die Auswirkungen sozialer, ökonomischer und gesundheitlicher Entwicklungen berücksichtigt, die bereits erkennbar sind. Während Geburten- und Sterblichkeitsniveau einen mehr oder weniger kontinuierlichen Verlauf aufweisen und ihre Entwicklung relativ überschaubar ist, lassen sich Wanderungen nur mit großen Unsicherheiten schätzen. Ihr Verlauf hängt in großem Maße von gesetzlichen, administrativen und politischen Eingriffen ab, sodass Indizien, auf denen die Annahmen beruhen, in einer veränderten politischen Konstellation sehr schnell überholt sein können.

Da die tatsächliche Entwicklung der maßgeblichen Einflussgrößen über den langen Zeitraum der Vorausberechnungen letztendlich nicht bekannt ist, werden meist mehrere Annahmen zum Verlauf einzelner Komponenten getroffen. Die Kombination der Annahmen ergibt dann unterschiedliche Varianten der Bevölkerungsvorausberechnung. Die Ergebnisse einer Vorausberechnung sind immer nur im Kontext der jeweils getroffenen Annahmen interpretierbar.

Aktuell stehen die Ergebnisse der 13. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung für Deutschland und die Länder zur Verfügung. (Quelle: www.destatis.de )

 

Nachweise

  1. Frevel, Bernhard (Hrsg.), 2004: Herausforderung demografischer Wandel. Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 
  2. Statistisches Bundesamt, 2015: Bevölkerung Deutschlands bis 2060 - 13. Koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung, Wiesbaden