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Wednesday, 25.08.2010

6th World Ageing & Generations Congress

Der 6. World Ageing & Generations Congress findet vom 25. bis 28. August 2010 an der Universität St. Gallen in der Schweiz statt. An diesem ...

Monday, 06.09.2010

Demographie-Kongress Best Age

Der 5. Demographie-Kongress des Behörden Spiegel steht unter dem Motto "Der Staat im Wandel - Generationenpolitik zwischen Fürsorge, ...

Thursday, 09.09.2010

Demografischer Wandel: "Und nun? Strategien und Praxisbeispiele aus IT-Unternehmen"

Veranstalter : IT 50plus. Eine Initative von BITCOM und IG Metall gefördert vom BMBFDatum: 09.09.2010, 10:00 - 16:30unter Beteiligung des DNN ...

Interview mit Achim Kistner und Wolfgang Molz, 04.03.2010

"Es wurde gleich klar, wie wichtig der Austausch untereinander ist!"

Vor allem in den ländlichen Regionen wie dem Rhein-Hunsrück-Kreis kann der Mangel an Fachkräften im Zuge des demographischen Wandels für viele Unternehmen zu einem existenzbedrohenden Problem werden. Mitarbeiter möglichst lange gesund und motiviert im Betrieb zu halten wird immer wichtiger werden. In schwierigen Zeiten den Mitarbeiter noch mehr in den Mittelpunkt zu rücken ist das Bestreben des im Oktober 2009 gegründeten Projekts "Kompetenznetzwerk Gesunde Betriebe Rhein-Hunsrück". Lesen Sie das Interview mit Achim Kistner und Wolfgang Molz über die ersten Schritte während der Gründungsphase, die Auftaktveranstaltung und die Pläne für die Zukunft.

 

Der Mangel an Fachkräften in fast allen Wirtschaftsbereichen wird in den kommenden Jahren nicht zu beseitigen sein und für viele Unternehmen zu einem existenzbedrohenden Problem - insbesondere in ländlichen Regionen wie dem Rhein-Hunsrück-Kreis. Somit wird es gerade auf dem Land von großer Bedeutung sein, den Mitarbeiterbestand zu binden, die Mitarbeiter möglichst lange gesund und motiviert im Betrieb zu halten und eine kontinuierliche Qualifizierung zu gewährleisten. Nur so wird sich die Produktivität und damit die Wettbewerbsfähigkeit auf einem hohen Niveau halten lassen.
Aus diesen Erkenntnissen ist die Idee der Geschäftsstelle des Regionalrates Wirtschaft entstanden, den Betrieben im Kreis Unterstützung bei diesen Themen zu gewähren und ein eigenes Projekt zu initiieren. Der Regionalrat Wirtschaft Rhein-Hunsrück e.V. ist Mitglied im ddn.

 

Achim Kistner ist Geschäftsführer beim Regionalrat Wirtschaft Rhein-Hunsrück e.V., einem Public Private Partnership zwischen Unternehmern aus Industrie, Handel und Handwerk, Banken, Gastronomen, Landwirten und öffentlicher Verwaltung.

 

 

Wolfgang Molz ist Projektmanager beim Regionalrat Wirtschaft Rhein-Hunsrück e.V. Er ist für die Koordination und Umsetzung des Projektes "Kompetenznetzwerk Gesunde Betriebe Rhein-Hunsrück" zuständig.

 

 

 


1. Wie hat das Netzwerk seine Arbeit aufgenommen? Was waren die ersten Schritte zur Initiierung?

Zunächst einmal muss man sagen, dass die Idee noch aus der Zeit vor der Krise stammt, als uns viele unserer Betriebe von den Schwierigkeiten berichteten, auf dem regionalen Arbeitsmarkt qualifizierte Fachkräfte zu finden. Auch die Zahl der Interessenten für angebotene Ausbildungsplätze wurden immer weniger. Und hinzu kommt, dass unsere Region im Bundesvergleich weit hinten liegt, was den Anteil an Hochqualifizierten in den Betrieben angeht.
Am Anfang standen diverse Gespräche mit Betriebsinhabern und Personalverantwortlichen. Dabei kristallisierten sich die Probleme sehr bald heraus, die wir anschließend in Handlungsfeldern zusammengefasst haben.
Wir wollten in einer ersten Projektphase die Möglichkeiten für die Gründung eines regionalen Netzwerkes sondieren und haben uns um eine Förderung durch das Land Rheinland-Pfalz bemüht. Dort stießen wir auf offene Ohren und erhielten die Förderzusage, mit der wir starten konnten.

 

2. Auf der Impulsveranstaltung im August 2009 sprach neben der Landesministerin Malu Dreyer auch der ehemalige Fußballnationalspieler Stefan Kuntz...

Trotz der Hinweise aus der Unternehmerschaft waren wir anfangs skeptisch, ob wir genügend Betriebe für unser Netzwerk zusammenbekommen würden und ob die Erkenntnis am Rhein und auf dem Hunsrück schon so weit gereift ist, dass Handlungsbedarf besteht. Darum wollten wir zunächst mit einer publikumswirksamen Kick-off-Veranstaltung möglichst viele Unternehmen ansprechen, was uns sehr eindrucksvoll gelungen ist.
Dass die Ministerin nach Simmern kam, um uns zu unterstützen, war schon mal eine tolle Sache. Dass auf der Einladung der Name Stefan Kuntz erschien, verwunderte nicht wenige. Doch ebenso wie Frau Dreyer war der Fußball-Europameister von 1996 ein absoluter Volltreffer. Er berichtete nicht nur in äußerst amüsanter und emotionaler Weise von der „Herzblut-Kampagne", die er als Vorstandschef des 1. FC Kaiserslautern auf den Weg gebracht hat, sondern er traf exakt des Pudels Kern mit seinen Thesen zur „Führung im Team". Nach dem Abend war es für uns ein Leichtes, mehr als 30 Betriebe und Institutionen für die Mitarbeit im Netzwerk zu begeistern. Man sieht, manchmal hat es auch im „richtigen Leben" etwas Gutes, wenn man Fußballfan ist.

 

3. Herr Kistner, Herr Molz, welchen Handlungsfeldern hat sich das Kompetenznetzwerk verschrieben? Mit welchen Zielen?

Das erste Projektziel, nämlich die Sensibilisierung für unsere Handlungsfelder war mit der erwähnten Veranstaltung schon einmal gelungen. Als Handlungsfelder haben wir für uns die „Kompetenzorientierte Personalführung", das „Betriebliche Gesundheitsmanagement", das „Alternsgerechte Arbeiten" und das „Lebenslange Lernen" gewählt.
Weiterhin haben wir uns vorgenommen, die Betriebe in einen regen Austausch untereinander zu bringen und sie immer in die weitere Projektgestaltung einzubeziehen.
Parallel zu den Netzwerktreffen wollten wir von Beginn an aber auch konkrete Maßnahmen in Betrieben initiieren und begleiten, um Pilotprojekte zu erhalten, die beispielhaft auch für andere sein können.

 

4. Wie sind die ersten Treffen gelaufen? Welche Themen hat das Netzwerk als für sich vorrangig identifiziert?

Von dem hohen Zuspruch waren wir selbst schon etwas überrascht, denn der Besatz an Betrieben, das Handwerk einmal ausgenommen, ist in unserer Gegend nicht allzu dicht. Gleich beim ersten Treffen wurde schon klar, wie wichtig der Austausch untereinander ist und dass alle wirklich aktiv mitarbeiten wollen.
Von Anfang an bestand an den Themen „Führung" und „Gesundheit" das größte Interesse und wohl auch der größte Bedarf an konkreter Unterstützung. Klar wurde uns, dass gerade beim Handlungsfeld „Führung" die Fäden auch hinsichtlich der anderen Bereiche zusammenlaufen.
Wichtig ist es uns, immer wieder neue Impulse von neuen Kompetenzträgern in die Netzwerkarbeit einzubringen.
Interessanterweise wurde der einhellige Wunsch der Vertreter der Betriebe geäußert, nach den Treffen noch bei einem Bierchen (oder am Mittelrhein natürlich einem Riesling) zusammenzusitzen, um die Themen informell weiter zu diskutieren.

 

5. Sind in den nicht ganz sechs Monaten, die das Netzwerk besteht, schon konkrete Aktivitäten umgesetzt worden?

Es war uns stets wichtig, bereits erfolgreiche Projekte aus der Region vorzustellen, vielleicht aber auch aus begangenen Fehlern lernen zu können. Daneben haben wir erste Kooperationen angestoßen, so z.B. die Zusammenarbeit zwischen einem Automobilzulieferer mit rund 450 Beschäftigten und einem Sportpark, der vergünstigte Trainingsmöglichkeiten und Beratung der Mitarbeiter anbietet.
In einem Handwerksbetrieb sind wir derzeit dabei, aufbauend auf einer ersten Analyse, angepasste Einzelmaßnahmen durchzuführen: zur Gesunderhaltung und Steigerung der Zufriedenheit der Mitarbeiterinnen und zur Optimierung interner Unternehmensstrukturen. Dieser Betrieb soll dann im Netzwerk über seine Erfahrungen berichten und weitere Betriebe damit anregen, ebenfalls aktiv zu werden.

 

6. Und Ihre Vision für die Zukunft? Welche Pläne hat das Netzwerk im kommenden Jahr?

Wir sind sehr froh, dass wir in 2010 neben einer erneuten Förderung durch das Land Rheinland-Pfalz auch Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds erhalten, was uns die Fortführung in der vorgesehenen Weise erst ermöglicht.
Über die Mitgliedschaft und aktive Mitarbeit im ddn erhoffen wir uns weitere Impulse und Anregungen, die wir in unser Netzwerk einbringen wollen.
Und für 2011 haben wir schon neue Ideen...

Das Interview als pdf zum Download