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Termine

Monday, 06.09.2010

Demographie-Kongress Best Age

Der 5. Demographie-Kongress des Behörden Spiegel steht unter dem Motto "Der Staat im Wandel - Generationenpolitik zwischen Fürsorge, ...

Thursday, 09.09.2010

Demografischer Wandel: "Und nun? Strategien und Praxisbeispiele aus IT-Unternehmen"

Veranstalter : IT 50plus. Eine Initative von BITCOM und IG Metall gefördert vom BMBFDatum: 09.09.2010, 10:00 - 16:30unter Beteiligung des DNN ...

Wednesday, 15.09.2010

Zukunftsforum Langes Leben 2010

Vom Jahr 2010 an findet in Berlin jährlich die Kongressmesse Zukunftsforum Langes Leben statt - erstmals am 15. und 16. September 2010. Das ...

Interview mit Dr. Anneli Röhr, 23.03.2010

Brückenschlag in den Norden

Mit frischem Wind hat man in Norddeutschland Erfahrung - auch was den demographischen Wandel angeht. Das DemografieNetzwerk Nordwest (DNN) e.V. versteht sich als regionaler Partner für Projekte, Ideen und Aktivitäten zum demographischen Wandel in der Metropolregion Nordwest. Der Verein macht auf die Bedeutung des demographischen Wandels aufmerksam und bietet entsprechende Lösungsmöglichkeiten für Unternehmen und Institutionen. Praxistransfer von Forschungsergebnissen und den Erfahrungsaustausch über verschiedene Branchen hinweg werden gefördert. DNN ist als Regionalpartner mit ddn vernetzt.

Über die regionale Netzwerkarbeit sprachen wir mit Dr. Anneli Röhr, Gesundheitswissenschaftlerin, Mediatorin und Vorsitzenden des DemografieNetzwerks Nordwest.


1. Frau Röhr, Sie sind eines der Gründungsmitglieder des DemografieNetzwerks Nordwest. Welche Ziele verfolgen Sie mit dem Verein?

Der Verein sieht vor allem Information und Öffentlichkeitsarbeit als seine Ziele an. Wir nehmen wahr, dass es nicht am allgemeinen Wissen zum demographischen Wandel mangelt, sondern an konkreter Information darüber, wie eine Strategie zum Umgang mit einer solchen Querschnittsthematik im Betrieb langfristig realisiert werden kann. Deshalb ist es unser Ziel, auch konkrete Netzwerk- und Beratungskompetenz vor Ort zu vermitteln.

 

2. Frau Röhr, welche durch den demographischen Wandel verursachten Probleme sind in der Metropolregion Nordwest besonders vordringlich? Gibt es auch Themenfelder des demographischen Wandels, die eine Chance für die Region darstellen?

In Nordwest-Niedersachsen und Bremen sind auf engem Raum sehr unterschiedliche demographische Entwicklungen zu erwarten. Während Bremen und Oldenburg in den nächsten 10 Jahren noch einen leichten Bevölkerungszuwachs insbesondere durch Bildungs-Zuwanderung zu erwarten haben, gehen die Prognosen für verschiedene Landkreise der Region sowie für Bremerhaven von einer Bevölkerungsabnahme und einem deutlichen Anstieg des Anteils Älterer und Hochbetagter aus. Eine große Herausforderung für Unternehmen gerade in ländlichen Räumen wird darin bestehen, qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen bzw. alternativ sich neuen Zielgruppen zu öffnen und die bestehende Belegschaft möglichst zu halten. Eine gemeinsame Demographie-Strategie der Landkreise und Städte der Region würde Betriebe sicher unterstützen können.
Weitere Themen, die wir als vordringlich erleben, sind weniger regional-, sondern eher branchenspezifisch: Im Handwerk gibt es vielfach einen schnellen technologischen Wandel, aber wenig Ressourcen für Weiterbildung und Wissenstransfer. Darüber hinaus werden jetzt schon Engpässe in der Rekrutierung von neuem Personal und bei der Übernahme von Auszubildenden deutlich. Außerdem steht hier das Thema „Unternehmensnachfolge-Planung" sehr weit oben.


3. Welche Projekte konnten schon umgesetzt werden? Was ist künftig geplant?

Das DemografieNetzwerk Nordwest ist Kooperationspartner in dem bis 2011 laufenden, von INQA geförderten Projekt der Handwerkskammer Bremen „Zukunftsfaktor Mensch - Handwerk im demografischen Wandel". Ausgehend von Bedarfsanalysen verschiedener Betriebe und Gewerke werden passgenaue Handlungsmöglichkeiten erarbeitet. Diese Erkenntnisse werden dann für die Entwicklung von branchenbezogenen Weiterbildungsangeboten und Netzwerk-Aktivitäten genutzt.
Zudem ist der DNN in einem bundesweiten Projekt der Branchenvertretung BITKOM / IG Metall „IT 50 plus" personell mit eingebunden. Ziel ist es hier, die Anforderungen des demographischen Wandels der noch „jungen" IT-Branche näher zu bringen und Lösungskonzepte anzubieten.
Darüber hinaus wollen wir die Angebote der verschiedenen regionalen Institutionen zum Umgang mit dem demographischen Wandel systematisch erfassen und Unternehmen einen Überblick über mögliche Förderinstrumente verschaffen. Uns ist es auch wichtig, den Aufbau eines regionalen Unternehmensnetzwerks voran zu treiben und damit den betrieblichen Beispielen guter Praxis vor Ort einen Rahmen zu bieten.


4. DNN wurde ursprünglich unabhängig von ddn gegründet. Was versprechen Sie sich jetzt von der Vernetzung als regionalem ddn-Netzwerk?

Wir erwarten von der Zusammenarbeit einen Brückenschlag zwischen unserem regionalen Know-how, sprich Netzwerk-Kontakte, spezifische Rahmenbedingungen, etc., und der überregionalen Fachkompetenz, gebündelt im ddn. Dies ist aus unserer Sicht eine Win-win-Situation, in der wir zusammen optimal im Wind stehen.

 

Das Interview als Pdf zum Download