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Das Thema demographischer Wandel ist auch in Kommunen sehr präsent. Die Weichen für die künftige Wirtschaftsstruktur und Lebensqualität einer Stadt hängen ab von Entscheidungen, die heute getroffen werden. Der ddn-Arbeitskreis Demographischer Wandel und Kommunen diskutiert seit seiner Gründung 2007 die Möglichkeiten der Unterstützung für Städte und Gemeinden, tauscht praxiserprobte Lösungsansätze und Erfahrungsberichte aus, diskutiert den optimalen Einsatz von Demographiebeauftragten und die Querverbindungen zur Wirtschaft.
Über bisherige Ergebnisse und die zukünftige Zusammenarbeit sprachen wir mit Arbeitskreisleiterin Sabine Löser von der Landesagentur für Struktur und Arbeit (LASA) Brandenburg.
1. Frau Löser, wenn Sie eine Bilanz der bisherigen Zusammenarbeit im Arbeitskreis ziehen - was wurde erreicht und wo stehen Sie heute?
Die Kommunen sind einerseits selbst Arbeitgeber, andererseits tragen sie Verantwortung für viele Rahmenbedingungen der Wirtschaft. Im Arbeitskreis wurde dazu ein reger länder- und themenübergreifender Erfahrungsaustausch unter Einbeziehung regionaler Akteure ins Leben gerufen. Den gilt es künftig vor allem in Bezug auf den Dialog mit der Wirtschaft auszubauen. Ziel ist es, Kommunen künftig zielgerichtet Unterstützung bei der Bewältigung ihrer Aufgaben im demographischen Wandel anzubieten.
2. Der Arbeitskreis orientiert sich an den Handlungsfeldern der Kommunen. Welche sind vom demographischen Wandel besonders betroffen?
Sinkende Bevölkerungszahlen und die Veränderungen der Altersstruktur haben Auswirkungen auf alle kommunalen Aufgabenbereiche mit individuell sehr komplexen Zusammenhängen. Die Kommunen können von bereits bestehenden Erfahrungen lernen. Über gute Beispiele und Expertenbeiträge aus der Praxis der Stadt- und Regionalentwicklung und der integrativen lokalen Politik können Handlungsnotwendigkeiten auch als Chancen für die Entwicklung identifiziert werden. Hier sehen wir Netzwerker den Sinn unserer Arbeit.
3. Zu den Arbeitskreismitgliedern zählen Kommunen, die die Brisanz des demographischen Wandels erkannt haben - wie Castrop-Rauxel oder Kassel. Was machen diese Kommunen richtig?
Sie haben den demographischen Wandel zur Chefsache gemacht. Demographiebeauftragte beraten die Fachämter, den Bürgermeister und den Stadtrat. Sie koordinieren auf der Grundlage einer umfassenden Analyse die Prozesse integrierter nachhaltiger Zukunftspolitik: realistische Ziele setzen, Initiativen ergreifen und Maßnahmen umsetzen. Und sie pflegen eine aktive regionale Kooperation.
4. Sind auch Unternehmen im Arbeitskreis willkommen und welche Rolle spielt die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Kommunen?
Ja, ausdrücklich willkommen! Ein gutes Beispiel ist die Mitarbeit der GALERIA Kaufhof GmbH. Welche Erwartungen haben die Unternehmen an die Kommunen? Wo sind sie bereit zu unterstützen? Welche guten Beispiele erfolgreicher Zusammenarbeit gibt es, die andernorts nachempfunden werden können? Diesen Fragen wollen wir uns künftig gerne gemeinsam mit Vertretern der Wirtschaft verstärkt zuwenden.
5. Welche Projekte sind künftig geplant? Wie sehen Sie zum Beispiel die Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit regionalen Netzwerken?
Wir möchten im Arbeitskreis das Voneinander-Lernen noch stärker in den Vordergrund rücken und den Kommunen Rüstzeug für den demographischen Wandel an die Hand geben. Dazu setzen wir sehr stark auf die regionalen Netzwerke. Die Kommunen sind bereits heute stark lokal vernetzt. Wenn es uns gemeinsam mit den regionalen ddn-Netzwerken gelingt, hier intensive Verknüpfungen herzustellen, kann unser ddn-Facharbeitskreis ein idealer Multiplikator werden. Die strategischen Überlegungen dazu laufen gerade an.